Bäckerei
Fürobe-Brot: Ein Nunninger backt bis abends Brot - und hat damit Erfolg

Der Nunninger Alex Häner lancierte vor zehn Jahren das Fürobe-Brot. Mit seinem Konzept hat er den Nerv der Kunden getroffen.

Dimitri Hofer, Fränzi Zwahlen-Saner
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Alex Häner führt Läden in Balsthal und Nunningen.

Alex Häner führt Läden in Balsthal und Nunningen.

bz Archiv

Sich nach Feierabend bei Alex Häner noch schnell ein frisches Brot holen: Das ist bei vielen Menschen im Kanton Solothurn ein beliebtes Ritual. Der gebürtige Nunninger verkauft seit zehn Jahren in Balsthal Fürobebrot. 2015 ist eine zweite Filiale in Nunningen dazugekommen.

Wenn in anderen Bäckereien frühmorgens Gipfeli über die Theke gehen, sind die beiden Geschäfte von Alex Häner noch geschlossen. Geöffnet werden die Filialen erst am Nachmittag. «Angefangen hat in Balsthal alles mit zwei Zelten und zwei Containern und der Idee, dass frisches Brot eigentlich erst ab dem Nachmittag erhältlich sein muss», sagt er. Dafür soll das Brot dann aber noch bis am Ende des Verkaufstages um 18.30 Uhr frisch sein. Mit seinen Filialen wolle er bewusst das Gegenteil einer gewöhnlichen Bäckerei sein.

Die Kunden können in Häners Backstube blicken

«Der Vorgang des Teigherstellens, des Knetens und des Backens soll für den Kunden sichtbar sein.» Der Kundschaft ist es möglich, in die Backstube zu schauen. Im Angebot ist in beiden Filialen lediglich eine Brotsorte aus einer Mischung von vier Sorten Mehl ohne Zusätze, einer emulgatorenfreien Hefe, Salz und Wasser. In den Regalen finden sich auch Zopf und Russenzopf. Dazu gibt es jeweils am Dienstag und Donnerstag Berliner mit Konfi- oder Vanillecreme. Am Montag, Mittwoch und Freitag sind dann Nussgipfel dran. «Wir bieten auch Würste im Brotteig und kleine vegetarische Pizze an.»

Das Geschäft läuft gut - trotz Corona.

(Quelle: )

In Nunningen kommen pro Tag rund 100 Kunden in den Laden. «Das Geschäft läuft gut - trotz Corona. Wir haben das Glück, ein Grundnahrungsmittel herzustellen und zu verkaufen. Daher verspüren wir keinen Einbruch beim Absatz unserer Produkte wegen Corona», erzählt der Bäckermeister. Er habe kein Personal abbauen oder Kurzarbeit beantragen müssen. In Balsthal lebt Alex Häner ganz klar von den Autofahrerinnen und Autofahrern. «Da ich zwölf Parkplätze anbieten kann, findet man jederzeit einen Platz vor dem Laden, kauft rasch seine Brotprodukte und fährt wieder weg.» Nun in der Coronazeit müsse man halt mit ausreichendem Abstand in der Schlange anstehen. «In Nunningen profitieren wir wiederum von der Zentrumsfunktion des Dorfes. Viele kaufen in Nunningen ein und machen einen Halt bei uns.»

Trotz Pensionierung führt er die beiden Filialen weiter

Das Gebäude, in dem der Laden in Nunningen zu finden ist, gehört Häner. Einst befand sich dort eine Filiale der mittlerweile nicht mehr existierenden Panissimo AG. Alex Häner hatte das Unternehmen mit Filialen Brislach, Zwingen, Laufen, Dornach und Nunningen in den frühen 1990er-Jahren aus der Taufe gehoben und damit im Laufental und Schwarzbubenland für Furore gesorgt.

In diesem Jahr erreicht der Schwarzbube das Pensionsalter. Zwar hatte Häner vor, die Läden in jüngere Hände zu übergeben. «Dies hat sich aber vorerst zerschlagen. Ich werde länger verantwortlich sein. Das operative Tagesgeschäft übernimmt in jedem Geschäft ein langjähriger Mitarbeiter als Filialleiter. Spass macht es mir eben immer noch, und Geschäftsideen habe ich auch noch genug.»