Autobahn A2
Ein Mega-Tunnel für die Region wäre die Lösung für alle Staus

Es soll nur ein Denkanstoss sein, wäre aber eine Lösung für den Transitverkehr von Basel bis ins Baslbiet: Ein 16 Kilometer langer Tunnel von Weil am Rhein bis Giebenach. Nur die Kosten könnten der Vision wohl in die Quere kommen.

Boris Burkhardt
Drucken
Teilen
Der Mega-Tunnel würde von Weil am Rhein bis Giebenach führen.

Der Mega-Tunnel würde von Weil am Rhein bis Giebenach führen.

Es klingt utopisch, was der Baselbieter Kantonsingenieur Oliver Jacobi gestern in einem Halbsatz in einer unscheinbaren Pressemitteilung über die «Engpassbeseitigung» auf der A 2 zwischen Basel und Liestal versteckte. Als «Denkanstoss» für die kommende Priorisierung der Autobahninvestitionen gibt der Kanton dem Bund einen Tunnel für den Transitverkehr mit, der von der deutschen A 5 oder A 98 bei Eimeldingen an Basel vorbei bis zur A 2 bei Giebenach führen könnte. Dieser Megatunnel hätte eine Länge von rund 16 Kilometern und verliefe in einem Stück ohne Anschlüsse unter Weil, Riehen, Grenzach-Wyhlen, Rhein und Kaiseraugst hindurch. Geschätzter Kostenpunkt: 3 bis 6 Milliarden Franken.

Jacobi bestreitet im Gespräch mit der bz nicht die Wuchtigkeit, die ein solcher Vorschlag auf den ersten Blick beinhaltet. Er gibt aber zu bedenken, dass die bisher geplanten Spurausbauten in den Abschnitten Schwarzwaldtunnel–Hagnau (Osttangente) und Hagnau–Liestal aufgrund der Staus durch jahrelange Baustellen zusätzlich zu den geschätzten Baukosten von 1,5 Milliarden Franken zu enormen volkswirtschaftlichen Schäden führen würden. «Statt hier ein bisschen zu basteln und da ein bisschen zu basteln und überall kleinräumig viel Geld auszugeben», meint Jacobi, könne ein solcher Transittunnel die Engpässe auf der A 2 mit einem Schlag beseitigen.

Es gibt noch keine Machbarkeitsstudie

Die Kosten eines Tunnels mit einer Spur pro Fahrtrichtung lägen etwa im Rahmen eines Gotthardstrassentunnels. Der Kanton hat sich auch eine kürzere Variante von Weil bis Muttenz und sogar einen unterirdischen Anschluss von Saint-Louis her überlegt. Allerdings betont Jacobi noch einmal: «Wir haben keine Machbarkeitsstudie durchgeführt, sondern wollen den Bund nur auf andere Lösungsansätze aufmerksam machen.»

Der Bund wird in nächster Zeit über die Finanzierung von Engpassbeseitigungen auf den Nationalstrassen entscheiden. Baselland fordert, dass auch der Abschnitt Hagnau–Liestal in den «vordringlichen Bedarf» mit gesicherter Finanzierung hochgestuft wird, wo bereits die Osttangente ist. Ausserdem seien auch auf der H 18 Reinach Nord–Hagnau Engpässe absehbar.

Aktuelle Nachrichten