Casting-Show
Drei Hiesige wollen sein wie Beni

Wenn in der Zukunft im Fernsehen ein Fussballmatch übertragen wird, wird vielleicht eine Stimme aus der Region Basel das Geschehen kommentieren: Drei Personen aus beiden Basel bewarben sich für «Einer wie... Beni Thurnheer».

Natascha Chtanova
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Nadine Schneider, Muttenz.

Nadine Schneider, Muttenz.

Wenn in der Zukunft im Fernsehen ein Fussballmatch übertragen wird, wird vielleicht eine Stimme aus der Region Basel das Geschehen kommentieren. Denn das Schweizer Sportfernsehen (SSF) sucht in seiner Casting-Show «Einer wie... Beni Thurnheer» einen Nachwuchs-Sportkommentator, einen «nächsten Beni». Unter den 30 besten Kandidatinnen und Kandidaten sind auch diese drei aus der Region Basel dabei: Remo Rossi aus Läufelfingen, Andrea Ruberti aus Riehen und Nadine Schneider aus Muttenz.

Als die 27-jährige Nadine Schneider vom Casting gehört habe, sei sie von ihren Freunden dazu ermutigt worden, sich zu bewerben. «Es ist endlich Zeit für eine Nachfolge für Beni Thurnheer», sagt sie selbstbewusst. Sie habe keine Erfahrung im Kommentieren von Sportanlässen, schaue aber sehr gern Sportübertragungen. «Ich habe als Kind eine FCB-Spritze bekommen, deswegen könnte ich nie ein FCB-Spiel kommentieren», verrät die Muttenzerin.

Kandidaten reden gern

Die kaufmännische Angestellte nennt ihre Stärken: «Ich rede viel und bin spontan.» Ausserdem habe sie in letzter Zeit etwas aufmerksamer als sonst die Sprache der Sportkommentatoren im Fernsehen angehört. «In meiner Familie sprechen wir oft sonntags beim Abendessen über Sport», so die junge Frau. Sie hofft, dass die Männerwelt eine weibliche Sportkommentatorin akzeptieren würde. Beim Casting habe sie Beni Thurnheer kennen gelernt: «Er ist sehr lustig und nett. Ich hätte auch das Zeug zum Schnurri der Nation.»

Mit Reden Geld verdienen – das möchte auch Andrea Ruberti. Der 22-jährige angehende TV-Producer spielt seit seiner Kindheit Fussball beim FC Amicitia in Riehen. Seine Leidenschaft liege aber bei Juventus Turin, deren Saisonabo er besitze. «Fachwissen ist enorm wichtig beim Kommentieren», sagt er.

Das hätten nur wenige. «Als Zuschauer unterschätzt man das. Das habe ich im Casting gemerkt.» Er habe sich spontan bei der Show angemeldet und dann auch nicht gross geübt. «Ich rede gern viel über Fussball. Aber eigentlich spreche ich über viele Themen gern, das ist meine Stärke», verrät der Student. Er sehe das Casting locker und sei nicht sehr aufgeregt. Trotzdem schätzt er seine Konkurrenz als nicht ungefährlich ein: «Ganz vorne wird es schwer.»

Fernsehen ist Neuland

Im Gegensatz zu Schneider und Ruberti hat Remo Rossi bereits Erfahrung als Sportkommentator: Er kommentiere seit drei Jahren auf FCB Live Radio, einem Internetradiosender, Fussballspiele. «Ursprünglich wollte ich wissen, wo ich im Vergleich zu den anderen stehe», erläutert Rossi seine Motivation, am Casting teilzunehmen. Jetzt sei er bei den 30 Besten dabei, das sei für ihn eine positive Zwischenbilanz. «Ich denke, dass ich recht gute Chancen habe», schätzt der Informatiker. Seine Erfahrung bringe aber nicht nur Vorteile: «Die Messlatte ist für mich höher als für andere.»

Das Fernsehen ist für Rossi Neuland, deshalb sei er schon etwas aufgeregt. «Ich möchte das Lampenfieber aber nicht missen, das gehört dazu», sagt er. Nach dem positiven ersten Feedback der Jury könne sich der 48-Jährige gut vorstellen, in der Medienlandschaft als Profi-Kommentator und Moderator Fuss zu fassen. «Und wenn es nicht klappt, bleibe ich halt Informatiker, kein Problem.»

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