Übernahme
Deutliches Ja zum Kauf des «Marabu»

Gelterkinden kann das Kulturzentrum Marabu erwerben. Die Gemeindeversammlung hat zugestimmt.

Thomas Immoos
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Die Gemeindeversammlung hat dem Marabu-Kauf zugestimmt. (Archivbild)

Die Gemeindeversammlung hat dem Marabu-Kauf zugestimmt. (Archivbild)

Martin Töngi

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Gemeindesaal in Gelterkinden. Wie Gemeindepräsidentin Christine Mangold bei der Begrüssung richtig feststellte, dürfte weniger das Budget als vielmehr die Zukunft des Kulturlokals Marabu der Grund für das grosse Interesse der Stimmberechtigten gewesen sein.

Mangold würdigte das Wirken des Vereins Kultur Marabu, der seit nunmehr 25 Jahren das Kulturleben der Gemeinde bereichere: «Das ‹Marabu› ist von Gelterkinden nicht mehr wegzudenken.» Inzwischen sei zu befürchten, dass der Betrieb aus bautechnischen Gründen eingestellt werden müsse. Nun gehe es darum, die Zukunft des Kulturzentrums zu sichern.

2,5 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds

Gemeinsam mit dem Marabu-Verein habe der Gemeinderat, auch im Gespräch mit Vertretern des Kantons, eine Lösung ausgearbeitet. So schlägt der Gemeinderat vor, dass die Gemeinde die Liegenschaft kauft und im Baurecht an eine noch zu gründende Stiftung Marabu übergibt. Für den Kauf und die Sanierung des Hauses sind 5,2 Millionen Franken vorgesehen. Daran beteiligt sich der Swisslos-Fonds des Kantons mit 2,5 Millionen Franken, die Gemeinde mit 1,85 Millionen Franken für den Kauf der Liegenschaft. Den Rest leisten umliegende Gemeinden, die Bevölkerung, Sponsoren, Gönner und Stiftungen.

Gemeindepräsidentin Mangold räumte ein, dass der Zeitpunkt für eine solche Investition nicht ideal sei nach den grossen Investitionen für das Hallenbad und das neue Schulhaus. Aber weil der Marabu-Verein an die Gemeinde gelangt sei, habe Handlungsbedarf bestanden.

Unter den Stimmberechtigten schien die Sache klar: Man ist bereit, nicht nur für Sport und Bildung, sondern auch in die Kultur zu investieren. Deshalb gab es auch kaum Wortbegehren zu dieser Vorlage. Es gab ausschliesslich zustimmende Voten. Sehr engagiert würdigte Mario Polsini die grosse Aufbauarbeit des Marabu-Vereins. Würde man den Kauf ablehnen, würde eine 25-jährige Aufbauarbeit zunichtegemacht. «Deshalb stimmt bitte dem Antrag zu und kauft das Marabu!», rief er unter Applaus in den Saal.

So war es denn auch, mit grossem Mehr gegen drei Nein-Stimmen ging der Kauf über die Bühne. Das «Marabu» wird nun bis 2022 saniert.

Auch Budget 2020 wurde durchgewinkt

Unbestritten war auch der Voranschlag fürs kommende Jahr. Er rechnet bei einem Aufwand und Ertrag von je rund 27 Millionen Franken mit einem Fehlbetrag von knapp 30000 Franken. Noch ohne Marabu-Kauf festgelegt, sieht das Budget Investitionen von 1,77 Millionen Franken vor. Steuerfuss und Gebühren bleiben unverändert.

Die Gemeindepräsidentin zeigte sich zuversichtlich, was die finanzielle Zukunft der Gemeinde angeht. Gelterkinden sei bei Neuzuzügern beliebt, sodass beispielsweise eine siebte Kindergartenklasse geschaffen werden muss. Auch das Budget fand einhellige Zustimmung.

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