Winterpneu
Der Winter ist da: Letzte Chance für den Reifenwechsel

Das winterliche Wetter im Baselbiet bedingt, dass die Autofahrer in der Region ihre Wagen mit Winterreifen aufrüsten. Doch der Reifenwechsel ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Fehlen die Winterpneus bei einem Unfall, kann es aber teuer werden.

Dean Fuss
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Der Winter ist da: Das gibt viel zu tun bei Werkstätten wie hier bei Pneu Egger.
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Einige Kunden warten bis zum letzten Moment, um ihre Reifen zu wechseln.
Der Winter ist da: Winterpneus gehören ans Auto
...doch bei einem Unfall, der auf fehlende Winterpneus zurückzuführen ist, zahlt die Versicherung weniger.
Der Pneuwechsel kann also auch fürs Portemonnaie von Vorteil sein.
Grundregel ist: Die Winterpneus gehören von O bis O ans Auto, sprich von Oktober bis Ostern.
Sichere Fahrt!

Der Winter ist da: Das gibt viel zu tun bei Werkstätten wie hier bei Pneu Egger.

Nicole Nars-Zimmer

Der erste Wintereinbruch bedeutet auch meist viel Arbeit für die Polizei: Jahr für Jahr werden Autofahrer vom ersten Weiss überrascht - Unfälle häufen sich. Für diese Tage ist nun der erste Wintereinbruch im unteren Baselbiet angekündigt. Der Wetterdienst Meteonews erwartet bis Sonntag Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt und Niederschläge. Die Schneefallgrenze liegt bei 400 bis 600 Metern. Höher gelegene Gemeinden wie Langenbruck und andere Ortschaften entlang der Jurahöhen konnten sich bereits gestern an der weissen Pracht erfreuen.

Trotzdem haben noch längst nicht alle Autofahrerinnen und Autofahrer ihr Fahrzeug mit Winterreifen ausgestattet. Damit verstossen sie allerdings nicht gegen das Gesetz: «In der Schweiz gibt es im Gegensatz zu anderen Ländern kein Winterreifen-Obligatorium», sagt Nico Buschauer, Mediensprecher der Baselbieter Polizei. Trotzdem empfehle man die übliche Faustregel: «Winterreifen von O bis O», also von Oktober bis Ostern. «So lange nichts passiert, kann die Polizei niemanden büssen, der auch bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist», so Buschauer. Bei einem Unfall auf schneebedeckter Strasse laufe das für die Polizei unter dem Strafbestand «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs».

Versicherungen sind knallhart

Anders sieht das aber auf Ebene Versicherung aus, wie Matthias Zingg von der Kommunikation der Basler Versicherungen auf Anfrage der bz sagt. «Wenn Sommerreifen der Grund für einen Unfall im Winter waren, muss der Versicherte maximal 20 Prozent der Schadenskosten selbst tragen.» Das werde bei allen Versicherungen gleich gehandhabt, nur der Prozentsatz der durch den Unfallverursacher zu tragenden Kosten variiere leicht.

Ein Grossteil der Baselbieter Bevölkerung verhält sich aber vorbildlich, wie mehrere Anfragen bei Garagen mit Reifenservice in der Region zeigen: Der grosse Ansturm ist bereits vorüber. «Trotzdem haben wir auch jetzt noch regelmässig Kunden, die ihre Reifen wechseln lassen», sagt Erich Thomann von Pneu Egger in Münchenstein exemplarisch. Kunden könnten jetzt wieder spontan vorbeikommen.

Die Polizei kämpft im Winter aber auch mit ungenügend enteisten respektive beschlagenen Scheiben, wie Polizeisprecher Buschauer weiter ausführt. «Sogenannte Gucklochfahrer sind auf unseren Strassen ein Problem.» Da gebe es Fahrer mit Gucklöchern von gerade mal knapp 30 Zentimetern Durchmesser. Der Strafenkatalog reicht in diesem Fall von Bussen bis hin zum Fahrausweisentzug.

Scheiben gut reinigen

Auch wer den Motor seines Autos während des Eiskratzens laufen lässt, macht sich strafbar. «Das gilt als ‹unnötiges Laufenlassen des Motors› und kann einem eine Ordnungsbusse eintragen», erklärt Buschauer und fügt noch einen Tipp an: «Mehrmaliges Reinigen der Scheiben, sowohl innen als auch aussen, verringert die Anfälligkeit auf Beschlag.»