Muttenz
Brücke für bis zu zehn Jahren gesperrt: SBB ärgert Bewohner

Die SBB blockieren den für die Einwohner von Muttenz wichtigen Bahnübergang an der Grenzacherstrasse für sechs bis zehn Jahre. Grund für die Sperrung ist die Statik der Brücke. Zu hohen Belastungen hält sie nicht mehr stand.Bewohner sind genervt.

Joël Hoffmann
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Die Grenzacherstrasse und die Brücke über die Bahnanlagen sind mit dem Auto nur noch vom Muttenzer Bahnhof her befahrbar.

Die Grenzacherstrasse und die Brücke über die Bahnanlagen sind mit dem Auto nur noch vom Muttenzer Bahnhof her befahrbar.

Martin Töngi

Wie bedeutend eine Brücke für die Lebensqualität einer Gemeinde sein kann, zeigt die Strassenüberführung Grenzacherstrasse. Diese verbindet den Muttenzer Ortskern mit dem Hardacker, dem Naherholungsgebiet zwischen Autobahn, Rheinfelderstrasse und Rhein.

Doch die Brücke, die über die Zuggleise und Autobahn führt, ist seit April für den motorisierten Verkehr nur noch in Richtung Hardwald befahrbar. Wer zurück will, muss einen Umweg fahren.

Pläne der SBB sind unklar

Grund für die teilweise Sperrung ist die Statik der Brücke. Zwei sich kreuzende Lastwagen wären bereits zu schwer. Die SBB, denen die Brücke gehört, liessen aus Sicherheitsgründen den Verkehr in die eine Richtung sperren, bis das Problem gelöst ist.

Für dieses Provisorium hat die Gemeinde zwar Verständnis. Doch geht es nach den SBB, bleibt dieses sechs bis zehn Jahren bestehen. Das dauert den Muttenzern viel zu lange. Während dieser Zeit müssten die Einwohner, die zurück in den Ort wollen, etwa über die Rothausstrasse fahren.

Das sechs- bis zehnjährige Provisorium sei nötig, betonen die SBB. So lange dauere es, bis ein Projekt «dieser Grössenordnung» geplant und realisiert ist.

Doch noch ist unklar, was die SBB eigentlich genau vor haben. Momentan läuft erst die Ausschreibung des Ingenieurwettbewerbs für das Variantenstudium. «Dabei soll eruiert werden, ob die Überführung besser abgebrochen und neu gebaut oder umfassend saniert werden muss», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer.

Parallel dazu prüften die SBB auch die Bedürfnisse der Gemeinde.

Gemeinde müsste Velowege zahlen

Gemeinderat Joachim Hausammann (Grüne) hat bisher nur wenig erbauliche Rückmeldungen der Bundesbahnen erhalten. So verlangte die Gemeinde vergebens eine Signalanlage, dank der die Autos weiterhin in beide Richtungen hätten fahren können. «Die SBB zeigen wenig Flexibilität», sagt Hausammann diplomatisch.

Auch sonst seien die Zeichen der SBB wenig ermutigend. So hätte Muttenz gerne eine für Velofahrer sichere Überführung. Denn Kinder würden mit dem Velo über die Brücke zum Robinsonspielplatz im Hardacker fahren.

Die Antwort der SBB kam, so Hausammann, im Stile von: «Wünschen kann man immer, wenn man es auch selber bezahlt.» Was für Hausammann selbstverständlich ist – einen für Velofahrer sicheren Übergang –, sei für die SBB ein Sonderwunsch. Diese Mehrkosten müsste die Gemeinde gemäss Eisenbahngesetz selber bezahlen.

Die SBB nimmt dazu nicht klar Stellung: «Wir haben nur beschränkte finanzielle Mittel und sind bei Zusatz- und Ausbauwünschen der Gemeinde auf Unterstützung angewiesen.»

Noch dieses Jahr wollen Bahn und Gemeinde zusammensitzen. Hausammann ist vorsichtig optimistisch: «Ich gehe davon aus, dass die Gespräche positiv verlaufen werden.»

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