Baselland
Reformierte wollen ihre Synodepräsidentin behalten

Andrea Heger wird mit einem glanzvollen Resultat als Synodepräsidentin bis 2024 wiedergewählt. Im Kirchenrat, der Exekutive, arbeitet Katharina Gisin ab Juli als neues Mitglied mit. Pfarrer Christoph Herrmann wird einstimmig als Kirchenratspräsident bestätigt.

Bojan Stula
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Geniesst das Vertrauen der Baselbieter Reformierten: Die Hölsteiner Gemeindepräsidentin und EVP-Landrätin Andrea Heger.

Geniesst das Vertrauen der Baselbieter Reformierten: Die Hölsteiner Gemeindepräsidentin und EVP-Landrätin Andrea Heger.

Roland Schmid

Es ist nicht alles nur in Minne bei den Baselbieter Reformierten: Mitglieder-Rückgang und weniger Geld in den Kirchenkassen setzen den Kirchgemeinden zu. Doch das Vertrauen in ihre Führung bleibt unerschütterlich. An der ausserordentlichen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Baselland in Pratteln wurden sowohl Synodepräsidentin Andrea Heger als auch Kirchenratspräsident Christoph Herrmann mit den Stimmen aller 60 anwesenden Delegierten, der Synodalen, wiedergewählt. In Vollbesetzung umfasst die Synode, das Kirchenparlament, 78 Mitglieder.

Katharina Gisin ersetzt den zurückgetretenen Stephan Ackermann

Ebenso klar wurden als Vizepräsident der Synode Hanspeter Thommen (Kirchgemeinde Frenkendorf-Füllinsdorf) und als Schreiber Karl Bolli (Kirchgemeinde Reigoldswil-Titterten) in ihren Ämtern bestätigt. Im Kirchenrat amtieren weiterhin Sandra Bätscher (Tenniken), Peter Brodbeck (Liestal), Pfarrer Christoph Herrmann (Gelterkinden), Cornelia Hof (Liestal), Pfarrer Matthias Plattner (Sissach) sowie Niggi Ullrich (Arlesheim). Für den zurücktretenden Kirchenrat Stephan Ackermann (Pratteln) wurde Katharina Gisin (Oberdorf) im ersten Wahlgang gekürt. Wie Pfarrer Christoph Herrmann als Kirchenratspräsident geniesst auch Cornelia Hof als Vizepräsidentin den ungebrochenen Zuspruch der Synode.

In einem Grusswort betonte der Baselbieter Regierungspräsident Toni Lauber (CVP) vorgängig die Bedeutung der Landeskirchen, gerade in der heutigen Zeit:

«Ich habe das Gefühl, dass die Kirchen durch die Pandemie und ihre Stellungnahmen wieder greifbarer und präsenter geworden sind.»

Kleine Kirchgemeinden fürchten um ihre finanzielle Existenz

Neben der Konstituierung für die Legislatur 2021 bis 2024 war die Totalrevision der Finanzordnung in erster Lesung Kerngeschäft der Synode. Es geht um die Neuaufteilung des Kantonsbeitrags unter den Kirchgemeinden und die Neugestaltung des Finanzausgleichs. Laut Medienmitteilung appellierte Kirchenratspräsident Christoph Herrmann:

«Die Kirchgemeinden und die Kantonalkirche müssen ihre Finanzströme neu ordnen und das bedeutet auch, dass alle einen schmerzvollen Verzicht leisten müssen.»

Keine Chance hatte ein gemeinsamer Antrag der Kirchgemeinden Reigoldswil-Titterten, Ziefen-Lupsingen-Arboldswil und Bretzwil-Lauwil, den für Kleinstkirchgemeinden wichtigen Grundbeitrag zu erhöhen. Dem Vorwurf der drei Kirchgemeinden, man wolle mit dem neuen System einfach Kleinstkirchgemeinden eliminieren, widersprach die Finanzverantwortliche Sandra Bätscher vehement und verwies auf den extra für solche Fälle geäufneten Härtefonds.

Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde die totalrevidierte Finanzordnung zuhanden der zweiten Lesung verabschiedet. Die zweite Lesung ist an der ausserordentlichen Synode vom 23./24. März vorgesehen. Ebenfalls dann soll auch noch die erste Lesung der neuen Kirchenordnung stattfinden.

Das Jahresbudget der Evangelisch-reformierten Kirche Baselland beträgt rund 20 Millionen Franken, wobei darin die zusätzlichen Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Kirchgemeinden nicht enthalten sind.