Baselland
50 Franken pro Piks: Kanton einigt sich mit Ärzten und Apothekern auf Impfpauschale

Ab Mitte August wird die Impfpauschale für Impfungen in Baselbieter Arztpraxen und Apotheken auf 50 Franken pro Dosis festgelegt. Insgesamt geht der Kanton von 1,3 Millionen Franken Gesamtkosten bis Mitte 2022 aus.

Tomasz Sikora
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Sollen auch im Kanton Baselland zum Normalfall werden: Corona-Impfungen in Arztpraxen und Apotheken.

Sollen auch im Kanton Baselland zum Normalfall werden: Corona-Impfungen in Arztpraxen und Apotheken.

Werner Schelbert

Wie der Kanton Basel-Landschaft am Donnerstag bekanntgab, wird die Pauschale für Impfungen gegen das Coronavirus in Apotheken und Arztpraxen auf eine Höhe von 50 Franken festgelegt: «Der Kanton anerkennt die Tatsache, dass die heute vom Bund gewährten Pauschalen insbesondere zu Beginn der lmpfkampagne die Kosten in Praxen und Apotheken nicht zu decken vermögen. Er geht deshalb auf den Antrag der Ärztegesellschaft Baselland (AeGBL) und des Basellandschaftlichen Apotheker-Verbandes (BLAV) ein, zusätzliche Abgeltungen auszurichten.»

Der Ankündigung waren Verhandlungen zwischen dem Kanton, der Ärztegesellschaft Baselland (AeGBL) und dem Basellandschaftlichen Apotheker-Verband (BLAV) vorausgegangen.

Abgestimmt mit Basel-Stadt

Es handelt sich um eine Reaktion auf Kritik aus Ärzte- und Apothekerkreisen. Diese monierten, dass die Vergütungen von 24.50, die der Bund bislang pro Piks ausrichtete, zu gering seien, um die bei der Impfung anfallenden Kosten zu decken.

Die Ankündigung des Kantons ist abgestimmt mit dem Kanton Basel-Stadt und dem dortigen Ärzte- und Apothekerverband. Nicht zuletzt im Kanton Basel-Stadt kritisierte die Medizinische Gesellschaft Medges das Gesundheitsdepartement für die nicht kostendeckende Vergütung von 24.50 pro Injektion, während in anderen Kantonen teilweise doppelt so viel bezahlt werde. So beträgt beispielsweise die Pauschale im Kanton Thurgau bereits seit April 40 Franken pro Injektion.

«Mit der Impfpauschale können wir leben»,

sagt Stefan Locher, Geschäftsführer der Toppharm-Apotheke Dorenbach in Binningen. Der Preis sei aber sekundär, betont Locher. Viel wichtiger findet er die Frage, wann und wie viele Impfdosen seine Apotheke erhalte, denn bisher sei es im gesamten Kanton Baselland so, dass nur in fünf Apotheken geimpft wird.

Auch Tobias Eichenberger, der Präsident der Ärztegesellschaft Baselland, hält den Preis für «anständig», wie er auf Anfrage der bz sagt. Die Ärzte und Apotheken seien bei der Frage, wie hoch die Vergütung sein müsste, ohne Absprache zum praktisch selben Ergebnis gelangt, so Eichenberger und erklärt ferner: «Der Preis wurde in Zusammenarbeit mit dem Kanton aufgrund eines Pilotprojektes ausgerechnet und mit Basel-Stadt harmonisiert.»

Impftermine neu frei wählbar

Neben der Höhe der Impfpauschale gab der Kanton Baselland am Donnerstag bekannt, dass Impftermine in den Impfzentren neu frei gewählt werden können und dass die Impfzentren Laufen und Lausen verstärkt Walk-in anbieten werden. Über die Hälfte der Baselbieter Bevölkerung ist seit Wochenbeginn vollständig geimpft und 63 Prozent der Impfberechtigten haben bereits die erste Dosis erhalten.

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