Basel
Hier baut der Zolli sein neues Parking – was geschieht mit dem gewonnenen Platz?

Am Erdbeergraben entsteht ein neues unterirdisches Parking für Zolli-Besucher. Im Gegenzug werden die oberirdischen Parkplätze beim Nachtigallenwäldeli aufgehoben. Damit erhält der Zoo die Möglichkeit, Besucherbereiche und Gehege zu erweitern.

Hans-Martin Jermann
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Ungefähr an dieser Stelle am Erdbeergraben soll die Ausfahrt des Parkings zu liegen kommen, die Einfahrt ist etwas weiter unten Richtung Binningerstrasse geplant.

Ungefähr an dieser Stelle am Erdbeergraben soll die Ausfahrt des Parkings zu liegen kommen, die Einfahrt ist etwas weiter unten Richtung Binningerstrasse geplant.

Archivbild: Kenneth Nars

Nun geht's vorwärts mit dem bereits angekündigten Bau eines unterirdischen Parkings am Erdbeergraben: Die Basler Regierung hat am Dienstag den Baurechtsvertrag zwischen der Einwohnergemeinde der Stadt Basel und dem Zoo genehmigt. Dieser will die heutigen oberirdischen Parkplätze am Birsig beim Nachtigallenwäldeli aufheben. Damit wird Platz für eine Erweiterung des Zoo-Perimeters geschaffen.

150 oberirdische Parkplätze fallen weg

350 Parkplätze dürfen laut Baurechtsvertrag im neuen vierstöckigen Parking gebaut werden. Heute bietet der grosse Teerplatz vor dem Zoo je nach Zählweise 140 bis 150 Parkplätze. Wie teuer das Parking wird, ist noch nicht bekannt. Der Zoo ist nicht selber Bauherr und will den künftigen Betreiber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben, wie Zoo-Projektleiterin Heidi Rodel auf Anfrage ausführt. Erschlossen wird das Parking vom Erdbeergraben her, wobei die Ein- und Ausfahrt von der Binningerstrasse her erreicht wird respektive dorthin führt.

Die wegfallenden oberirdischen Parkplätze eröffnen dem Zoo neue Perspektiven zum Ausbau der Gehege und der Besucheranlagen. Ideen seien selbstredend vorhanden, doch spruchreif sei noch nichts. Nicht auszuschliessen ist, dass der Zoo dort sein Ozeanium-Projekt neu auflegt. In einem ersten Schritt wäre eine provisorische Nutzung des ehemaligen Parkplatzes mit Tierarten denkbar, die dort ohne riesige Investitionen einfach zu halten seien, sagt Rodel. Ebenfalls will sich der Zoo an einer Renaturierung des Birsig beteiligen.

Zoo-Eingang bleibt am heutigen Standort bestehen

Was hingegen bereits klar ist: «Der Zoo-Eingang bleibt an seinem heutigen Ort bestehen», betont Rodel. Dies auch, weil Tramhaltestelle und der vom Gebiet Bahnhof SBB/Markthalle zum Zoo führende Flamingosteg den Eingang optimal erschliessen. Auch für die künftig per unterirdisches Parking anreisenden Zoo-Besucher liegt der heutige Eingang perfekt.

Zumindest auf politischer Ebene ist die Diskussion rund um das Parking längst gelaufen: So hat der Grosse Rat bereits im Februar 2011 – also vor rund zehn Jahren – beschlossen, dass der Zoo ein Parking bauen darf, und die Regierung ermächtigt, einen Baurechtsvertrag abzuschliessen. An den damaligen Beschluss knüpfte das Parlament die Auflage, dass 60 Prozent der unterirdisch geschaffenen Parkplätze oberirdisch dauerhaft aufzuheben seien. Ein Teil der anzurechnenden Parkplätze wurde bereits beim Abbruch des Birsig-Parkdecks aufgehoben. Das Baugesuch fürs Parking ist bereits eingereicht, bestätigt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements. Das Bewilligungsverfahren läuft noch.

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