Einwohnergemeinde Basel
Aus sieben Pachthöfen werden sechs: Kanton gibt Neumatthof in Aesch auf

Die Einwohnergemeinde Basel führt in der Umgebung sieben Pachthöfe - den Neumatthof in Aesch wird sie nach der Pension des Landwirts Urs Büeler aufgeben. Er ist seit fast 60 Jahren dort.

Kelly Spielmann
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Die Einwohnergemeinde Basel gibt den Neumatthof in Aesch auf.

Die Einwohnergemeinde Basel gibt den Neumatthof in Aesch auf.

Nicole Nars-Zimmer (Aesch, 25. Januar

Sieben Pachthöfe führt die Einwohnergemeinde Basel in der Umgebung – bald werden es aber nur noch sechs sein. Denn, wie das Finanzdepartement mitteilt: Der Neumatthof in Aesch wird aufgegeben. Immobilien Basel-Stadt habe sich «im Zuge einer Neuausrichtung» zu diesem Schritt entschieden.

Ausgangspunkt sei gewesen, dass die Bauernfamilien des Neumatthofs in Aesch und des Neuhofs in Reinach, ebenfalls ein Basler Pachthof, bald in Pension gehen. Eine Analyse habe ergeben, dass es am sinnvollsten sei, die Anzahl der Pachthöfe zu reduzieren, um die anderen zu stärken. Neben den Höfen in Reinach und Aesch gehören der Hof Bettingen, das Hofgut St. Margarethen in Binningen, der Hof Klosterfiechten in Basel, der Bäumlihof in Riehen und der Hof Oberaesch in Duggingen der Einwohnergemeinde Basel.

Zerstückeltes Land

Getroffen hat es nun den Neumatthof; nach der Pension des Landwirts Urs Büeler wird der Hof nicht mehr zur Pacht ausgeschrieben. Einer der Gründe, dass die Wahl auf den Aescher Hof gefallen ist, sei seine Grösse, sagt Rolf Borner, Geschäftsleiter von Immobilien Basel-Stadt. Während der Neuhof in Reinach rund 79 Hektaren umfasst, sind die 38 Hektaren des Neumatthofs zerstückelt.

Einen Teil pachtet Urs Büeler dazu, «ob das mit einem neuen Pächter auch funktionieren würde, können wir nicht garantieren», so Borner. Die Anforderungen an den biologischen Anbau würden aber immer steigen, deshalb müsste man einem neuen Pächter die Rahmenbedingungen dafür garantieren können.

Nachfrage nach regionalen Produkten steigt

Ebendieser biologische Anbau ist Urs Büeler äusserst wichtig. Er betreibt den Hof in zweiter Generation, sein Vater hat 1962 damit begonnen – drei Jahre, nachdem die Gemeinde ihn gekauft hat. Der Biolandbau sei einer der Gründe gewesen, weshalb sich Büeler für die Landwirtschaft entschieden habe. 2024 wird er 65 Jahre alt – die Weiterführung des Hofs in dritter Generation wäre möglich gewesen, wie er sagt: «Mein Sohn ist auch Landwirt.»

Büeler blickt generell positiv auf die letzten Jahrzehnte zurück, die Zusammenarbeit mit Immobilien Basel-Stadt habe immer funktioniert. Für die Aescher Bevölkerung sei es aber ein Verlust, denn gerade in der Coronakrise ist auch bei Büeler die Nachfrage nach regionalen Bioprodukten gestiegen, der Laden hatte und hat noch immer viel Zulauf. «Deshalb ist der Entscheid der Stadt nicht vollumfänglich nachvollziehbar», meint er.

Es sei dennoch keine Überraschung gewesen, dass sein Hof in Zeiten der Zusammenlegung selber einer Art Fusion zum Opfer fällt. «Gut ist, dass ich das schon vier Jahre im Voraus weiss und langsam loslassen kann.» Das Land, das zum Neumatthof gehört, wird nach der Auflösung verteilt: Einen Teil erhält der Hof Oberaesch in Duggingen, der andere geht an den Neuhof in Reinach – für diesen sucht die Stadt noch einen neuen Pächter. Was mit den Gebäuden geschieht, ist laut Rolf Borner noch unklar: Das Wohnhaus befindet sich in einer Landwirtschaftszone, man kläre ab, ob es umgezont oder abgerissen wird.

Der Hof soll eine Zukunft haben

Bei den anderen Bauten wartet man den neuen Pächter ab – vielleicht könne dieser die Gebäude benutzen, ansonsten werden sie abgebrochen und die Flächen renaturiert. Darauf hofft Büeler nicht: Er denkt, dass einer der beiden Landwirte, die sich sein Land künftig teilen, den Hof vielleicht als Satellit benutzen werden – und er so doch noch eine Zukunft hat.