Nach Corona

Zwei Regionen, zwei Tourismusdirektoren – und keine Absprache um die Sommerkampagne

zvg / Baselland Tourismus

Die neue Kampagne von Baselland Tourismus sei mit einem Augenzwinkern zu verstehen, sagen die Verantwortlichen.

zvg / Baselland Tourismus

Der seltsame Zufall um die andere Ferienregion: Baselland Tourismus startet heute mit einer Werbekampagne für Corona-Zeiten, die Basel-Stadt genau gleich im Sommer geplant hat.

Da staunte Michael Kumli nicht schlecht – um es vorsichtig auszudrücken. In der «Basler Zeitung» vom Samstag las er, was der Basler Tourismus-Chef Daniel Egloff in diesem Sommer vorhat: «Basel soll künftig in den Köpfen der restlichen Schweizer mit spektakulären Destinationen im Ausland assoziiert werden. Etwa in Form eines Plakats, das gross die Stadt der Liebe (Paris) anpreist, auf dem jedoch ein Liebespaar zu sehen ist, das am Basler Rhein spaziert.»

Die entsprechende Kampagne, so Egloff weiter, sei für den Sommer bereits erarbeitet. Für Kumli, den seit 1. Mai neuen Chef von Baselland Tourismus, ist dies starker Tobak. Denn mit der genau gleichen Idee startet heute die Baselbieter Tourismusorganisation ihre Werbeoffensive im Corona-Jahr 2020. «Baselland – Entdecke die andere Ferienregion» heisst das Motto der Onlinekampagne, in die der 36-jährige Liestaler grosse Hoffnungen setzt.

Von der Überhöhung der eigenen Bedeutung

Die besonderen Umstände dieses Sommers seien eine einmalige Gelegenheit, Baselland auf die touristische Landkarte zu bringen; nicht nur wie bisher vor allem für Ein-Tagesausflügler, sondern für Schweizerinnen und Schweizer, die mehrere Tage im Landkanton verbringen wollen. Zu diesem Zweck bieten die angeschlossenen Baselbieter Hotels besondere «Packages» an. Also wirbt ab heute Baselland Tourismus auf www.baselland-entdecken.ch mit Schloss Wildenstein, das ebenso mystisch wie der bayerische Tourismusmagnet Schloss Neuschwanstein sei. Oder mit dem Theater von Augusta Raurica, das man heuer dem Kolosseum in Rom vorziehen könne.

Natürlich seien diese Slogans «mit einem Augenzwinkern» zu lesen, betont Kumli, sagt aber auch: «Diese Chance, dass Herr und Frau Schweizer den Sommer in der Schweiz verbringen, müssen wir nutzen.» Und wie steht es um die merkwürdige Gleichzeitigkeit mit Daniel Egloffs Aussagen? Kumli und sein Vorgänger Tobias Eggimann halten dies tatsächlich für Zufall. Da hätten zwei unabhängig von einander dieselbe Idee gehabt. Nur könne Baselland diesmal schneller reagieren.

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