Pratteln

Vom harmlosen Streitfall zur brutalen Tötung – es war ein Familiendrama

Polizeiaufgebot vor der Parterrewohnung, in der die 24-jährige Kosovarin getötet wurde.

Polizeiaufgebot vor der Parterrewohnung, in der die 24-jährige Kosovarin getötet wurde.

In Pratteln wurde am Samstagnachmittag eine 24-jährige Frau erstochen. Ein innerfamiliärer Streit war eskaliert.

Am Samstagnachmittag kurz vor 12 Uhr ging bei der Polizei Baselland ein Notruf ein. «Anwohner der Muttenzerstrasse in Pratteln berichteten von einem Streitfall», sagt Mediensprecher Adrian Gaugler auf Anfrage der bz. Als die Polizei kurze Zeit später am besagten Ort angekommen sei, habe sie ein Gewaltdelikt feststellen müssen. Eine 24-jährige Frau wurde dabei tödlich verletzt und verstarb kurze Zeit später. Wie «20 Minuten» berichtete, fuhr am späten Nachmittag ein Leichenwagen beim Wohnblock vor. In der Wohnung selbst nahm die Polizei einen 56-jährigen Mann fest, der als dringend tatverdächtig gilt.

Mutmasslicher Schwiegervater als Tatverdächtiger

«Die junge Frau wurde mit einer Stichwaffe getötet», sagt Gaugler. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse man von einem Familiendelikt ausgehen. Dabei kann er nicht bestätigen, dass es sich beim 56-Jährigen um den Schwiegervater der jungen Frau handle, wie Nachbarn gegenüber «20 Minuten» und «Blick» äusserten. Dieselben Zeitungen schreiben ausserdem, dass Nachbarn von wiederkehrenden Streitereien in der Wohnung berichtet hätten. Laut «Blick» hinterlässt die getötete Frau einen Mann und einen gemeinsamen Sohn. «Sowohl das Opfer als auch der Tatverdächtige sind kosovarische Staatsangehörige», sagt Gaugler. Weitere Informationen zum konkreten Fall könne die Polizei zur Zeit nicht bekannt geben.

Auf Anfrage zur Häufigkeit von Tötungsdelikten im Baselbiet kann Gaugler keine Regelmässigkeiten festmachen: «Im Endeffekt handelt es sich um etwa einen Fall pro Jahr.» Damit bestätigt sich, dass Tötungen in der Region eine Ausnahme darstellen. Fokussiert man auf die Beziehung zwischen Opfern und Tätern, fällt auf, dass sie sich in den meisten Fällen kannten. Dennoch: «Daraus zu schliessen, dass es sich vorwiegend um Familiendelikte handelt, wäre falsch», so Gaugler. Auch der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder ist zurückhaltend. Er kann sich zum Fall weder äussern, noch kann er ihn bestätigen: «Ich weiss selbst nicht mehr, als das, was durch die Medien bekannt ist.»

Pratteln wurde 2003 zuletzt von einem Tötungsdelikt erschüttert. Damals erschoss ein Türke drei Menschen. Er erhielt für die Tat lebenslänglich.

Meistgesehen

Artboard 1