Leserwandern Etappe 5

Rauf auf die Belchenflue und rein in die Geschichte

Der wohl geschichtsträchtigste Jurahügel der Schweiz war das Ziel der zweiten Königsetappe. Die Aussicht vom Gipfel verdankten die Leserwanderer der Schweizer Armee.

Die fünfte Etappe der Leserwandern-Saison führte hinauf auf die Belchenflue und weit zurück in die Geschichte der Schweiz. 74 Leserwanderer standen kurz nach 8 Uhr morgens in den Startlöchern, nahmen den steilen Aufstieg in Angriff und lauschten zwischendurch den Ausführungen von Historiker Christoph Rast. Ein Rückblick in Zahlen:

  • 48 Kilometer lang ist die als «Fortifikation Hauenstein» bekannte Kette aus Bunker- und Grabenanlagen, die sich auf den Jurahöhen rund um die beiden Pässe Unterer und Oberer Hauenstein zieht. Die Schweizer Armee errichtete die Anlage während des Ersten Weltkriegs zum Schutz gegen Angriffe aus Deutschland oder Frankreich. Zum Ernstfall kam es nie. Die Anlagen können heute noch besichtigt werden.
  • Rund 500 000 Briefe verschickten Schweizer Soldaten im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) pro Jahr an ihre Familien. Viele leisteten monate- oder gar jahrelange Diensteinsätze entlang der möglichen Kriegsfront – zum Beispiel auf der Fortifikation Hauenstein. Heimweh, einseitige Ernährung, harte Arbeit und die stete Gefahr vor Angriffen aus Nordwesten waren treue und ungeliebte Begleiter im harten Alltag der Soldaten.
5. Etappe Leserwandern: Von Läufelfingen nach Oberdorf.

5. Etappe Leserwandern: Von Läufelfingen nach Oberdorf.

  • Je 13 Männern boten die engen Bunkeranlagen entlang der Jura-Front Platz. Die Anlagen wurden auch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs noch genutzt – bis in jüngster Zeit. In einigen von ihnen stehen moderne Maschinengewehre und Geschütze. Die Letzten davon waren bis ins Jahr 1994 einsatzbereit. Der Verein Festungswerke Solothurner Jura bietet Besichtigungen der gut versteckten Bunkeranlagen an.
  • 1099 Meter hoch liegt der Gipfel der Belchenflue heute. Vor dem Ersten Weltkrieg waren es gar 1105 Meter. Die Armee sprengte die obersten rund 6 Meter des Felsens weg, um einen Beobachtungsposten zu errichten. Von da aus beobachteten die Soldaten zuweilen bangen Blickes das Kriegsdonnern in den nahen französischen Vogesen.
  • Einmal pro Woche kriegten die Bauarbeiter und Soldaten auf der Belchenflue während des Kriegs «Kuhfleisch». Ansonsten standen nur Suppe, Wirz, Kartoffeln und – wiederum nur einmal – Käse auf dem Menüplan.
5. Etappe Leserwandern: Historiker Christoph Rast über den Kriegs-Alltag der Soldaten auf der Belchenflue.

5. Etappe Leserwandern: Historiker Christoph Rast über den Kriegs-Alltag der Soldaten auf der Belchenflue.

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