Baselbieter Landrat

Nun soll auch die GPK die Diegter Spielgeld-Affäre unter die Lupe nehmen

Die Spielgeld-Affäre geht in die nächste Runde. (Symbolbild)

Die Spielgeld-Affäre geht in die nächste Runde. (Symbolbild)

Der Fall der beiden Buben, die in einem Volg mit Spielgeld bezahlen wollten und später Besuch von der Polizei hatten, müsse von der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission aufgearbeitet werden. Dies fordert SVP-Landrätin Susanne Strub. Die zuständige Regierungsrätin Kathrin Schweizer hat bereits eine externe Untersuchung eingeleitet.

Er hat international für Schlagzeilen gesorgt: Der Fall der beiden acht- und zehnjährigen Buben, die Ende April im Volg von Diegten mit Euro-Spielgeld bezahlen wollten und in der Folge eine Anzeige wegen Inumlaufsetzens von Falschgeld am Hals hatten. Diese Vorkommnisse sollen von der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) untersucht werden, fordert nun die Häfelfinger SVP-Landrätin Susanne Strub. «Diese Aufarbeitung ist nötig. Den Buben wurde Unrecht getan», sagte Strub am Donnerstag im Landrat bei Einreichen ihres Verfahrenspostulats. Dieses wird allerdings erst in einer der nächsten Parlamentssitzungen behandelt.

Entschuldigung der Regierungsrätin reicht nicht

Die Baselbieter Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer (SP) hat zum Vorfall bereits eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben (die bz berichtete). Der Rechtsprofessor, ehemalige Polizeioffizier und ehemalige Bezirksanwalt Andreas Donatsch soll die Polizei-internen, aber auch externen Abläufe in dem kuriosen Fall unter die Lupe nehmen. Dies reicht SVP-Landrätin Strub offenbar nicht: Vertrauensbildende Transparenz sei nur möglich, wenn die Aufarbeitung durch die dafür vorgesehene Kommission - eben die GPK - vorgenommen werde, argumentiert sie.

Über die Vorfälle im Diegter Volg kursieren unterschiedliche Versionen. Regierungsrätin Schweizer entschuldigte sich vor rund zwei Wochen bei der Familie: Es habe bei Bearbeitung der Anzeige bei der Polizei «Fehlleistungen» gegeben. Zudem sei es unnötig gewesen, von den beiden Buben Erkennungsfotos zu erstellen. Zugleich hielt Schweizer fest, dass es grundsätzlich richtig gewesen sei, der vom Volg eingereichten Anzeige wegen «Falschgelds» nachzugehen. Erst bei der Befragung Wochen später habe sich herausgestellt, dass "Spielgeld" gemeint gewesen sei.

«Es war kein Diebstahlversuch»

Unklar ist auch, was im Anschluss ans Zahlen mit Spielgeld genau passiert ist. Diesen sogenannten zweiten Vorfall hatte Schweizer zunächst als «nicht ganz so harmlos» bezeichnet. Sie und die Polizei machten aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Angaben. Landrätin Strub schilderte am Donnerstag im Landrat den Vorfall so: Demnach seien die Kinder nochmals in den Laden zurückgekehrt, dieses Mal mit richtigem Geld. Da ihr Geld nicht ausreichte für die beiden gewünschten Artikel, legten sie einen zurück. «Es war also kein Diebstahlversuch», sagte Strub. 

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