Kelsag

Kelsag für einmal nicht elektrisch unterwegs: Der Müll fährt mit Diesel ins Mittelland

Die Kelsag sammelt den Kehricht in der Region – hier in Dornach – im Normalfall in Elektro-Fahrzeugen ein.

Die Kelsag sammelt den Kehricht in der Region – hier in Dornach – im Normalfall in Elektro-Fahrzeugen ein.

Wegen Arbeiten in Basel wird der Müll nach Oftringen transportiert. Das ist mit Elektrofahrzeugen nicht möglich. 

Von Liesberg aus fahren grosse Lastwagen mit Abfall nach Oftringen. Ziel ist die dortige Kehrichtverbrennungsanlage. Bis Ende September reist der Müll aus der Region ins Mittelland.

Die Art der Fahrzeuge, mit denen der Kehricht ins rund 60 Kilometer entfernte Oftringen transportiert wird, überrascht: Während zweier Monate verkehren Diesel-Schubbodenauflieger zwischen dem Laufental und dem Aargau. Die Kelsag, die Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG, setzt auf fossile Brennstoffe.

Dabei hatte das Unternehmen vor einem Jahr damit geworben, den Abfall mit Elektro-Fahrzeugen einzusammeln. Gemäss Mitteilung von damals handle es sich bei den Kelsag-Gemeinden schweizweit um «die grösste Region, in der elektrisch angetriebene Müllwagen fahren». Nur in Ausnahmefällen sollte auf Diesel ausgewichen werden.

Bei Elektro-Fahrzeugen reicht die Batterie nicht aus

Stellt sich die Frage, weshalb für den Transport in den Aargau derzeit keine Elektro-Fahrzeuge verwendet werden. In einem ersten Schritt geschehe dies, sagt Kelsag-Geschäftsführer Edmund Frey Kuron. Der Kehricht werde von Haus zu Haus mit Elektro-Lastwagen eingesammelt und am Sitz der Kelsag in Liesberg abgeladen. Erst von dort geht es mit den Diesel-Fahrzeugen weiter nach Oftringen.

Bei Elektro-Fahrzeugen reiche die Leistung der Batterie nicht ohne Zwischenladung, so Michael Sturzenegger, Regionalleiter der Bieli Transport AG, die den Kehricht für die Kelsag einsammelt. Zudem könne beim Schubboden mehr Gewicht geladen werden, was die Fahrten minimiere.

Bei den Transporten in den Aargau handelt es sich um eine vorübergehende Phase. «Im September wird in der Kehrichtverwertungsanlage Basel ein Kessel ersetzt», erklärt Reto Müller, Mediensprecher der Industriellen Werke Basel (IWB), welche die Anlage beim Flughafen betreiben. Deshalb müssten bereits im August die Kapazitäten reduziert werden. Man habe mit der Kelsag, «einer langjährigen und guten Partnerin», vereinbaren können, dass sie während zwei Monaten ihren Abfall andernorts entsorgt. Er betont, dass die IWB für die Kelsag die temporäre Massnahme kostenneutral gestalte.

Breitenbach bemängelt die Informationspolitik

Die Kelsag gehört 33 Aktionärsgemeinden im Laufental und im Schwarzbubenland sowie der jurassischen Ortschaft Ederswiler. Informiert über die derzeitigen Transporte in Diesel-Fahrzeugen nach Oftringen wurden die Gemeinden anscheinend nicht. «Ich erfahre es heute von Ihnen», sagt Dieter Künzli, Gemeindepräsident von Breitenbach.

Der Informationsaustausch mit der Kelsag könnte umfassender sein, findet er. Der Breitenbacher Gemeinderat habe den Verwaltungsrat der Kelsag in der Vergangenheit schon mehrmals um Hintergrundinformationen bitten müssen. Da die normale Kehrichtabfuhr weiterhin mit Elektro-Fahrzeugen durchgeführt werde, sei der Einsatz von Diesel-Lastwagen in Ausnahmefällen wie diesem vertretbar.

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