Da es in Dornach keine progymnasiale Abteilung gibt, gehen Schülerinnen und Schüler aus dem Hauptort des Dornecks im Baselbiet zur Schule. Die meisten Progymnasiasten drücken in Arlesheim oder Münchenstein die Schulbank. Allerdings wird diese etablierte Praxis im regionalen Schulwesen nun infrage gestellt.

Der Staatsvertrag, der regelt, dass die Progymnasiasten aus Dornach im Nachbarkanton die Schule besuchen, gilt noch bis im Jahr 2021. Ob die Abmachung zwischen Solothurn und Baselland danach wieder verlängert wird, steht in den Sternen. «Der Kanton Baselland hat uns mitgeteilt, dass wir eine eigene Lösung finden müssen», sagt der Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter. Wo die betroffenen Jugendlichen – derzeit sind es 59 Schülerinnen und Schüler – dereinst ihre progymnasiale Zeit verbringen, ist nicht klar.

Innerkantonale Lösung ist gefragt

Bei der Baselbieter Bildungsdirektion nach den Gründen für die absehbaren Veränderungen gefragt, führt Sprecherin Monique Juillerat die steigenden Schülerzahlen ins Feld. «Die Bevölkerung in Dornach und der Region Dorneckberg ist am Wachsen und nimmt gemäss den von der Gemeinde Dornach vorgelegten Prognosen weiter zu. Damit wird es in der Region Dornach genügend Schülerinnen und Schüler haben, um auch eigene Niveau-P-Klassen zu bilden und diese selber zu beschulen.»

Dem Kanton Solothurn sei klar kommuniziert worden, dass die Dornacher Schülerinnen und Schüler so lange im Baselbiet zur Schule gehen könnten, wie die Schulanlagen über genügend Kapazitäten verfügten, erklärt Juillerat. Der Staatsvertrag könne allenfalls verlängert werden, sofern die Kapazitäten vorhanden seien. Aber: «Auch in Baselland steigen die Schülerzahlen in den kommenden Jahren und die Schulanlagen füllen sich.» Längerfristig müsse Dornach eine eigene Lösung finden und diese zusammen mit der Region und dem Kanton Solothurn klären.

Dornach hat nach der Mitteilung des Kantons Baselland erste Schritte in die Wege geleitet. Der Gemeinderat hat beschlossen, eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden des Dorneckbergs bei den Sekundarschulen vertieft zu prüfen, und hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Man möchte von den Gemeindepräsidenten von Büren, Seewen, Nuglar-St. Pantaleon, Gempen und Hochwald unter anderem wissen, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Progymnasiasten nach Dornach zu schicken.

Solothurn bietet Unterstützung an

Heute gehen die Progymnasiasten aus diesen fünf Gemeinden ins Oberstufenzentrum Dorneckberg in Büren. Gleichzeitig sucht Dornach einen Ort für seine Progymnasiasten, wenn sie nicht mehr in die Baselbieter Schulen gehen können. Die Gemeinde Dornach ist daran, ihren Schulraum neu zu gestalten, und könnte sich vorstellen, eine progymnasiale Stufe zu integrieren. Dafür hat man jedoch zu wenige Schüler, weshalb eine Lösung mit dem Oberstufenzentrum Dorneckberg auf der Hand liegt. So verlangt es auch das Solothurner Volksschulamt, wie dessen stellvertretende Vorsteherin Yolanda Klaus auf Anfrage schreibt: «Die beiden Schulträger müssen sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.» Die kantonale Aufsichtsbehörde könne den Prozess – wenn von den Gemeinden gewünscht – unterstützen.

Bei den Gemeinden auf dem Dorneckberg herrschen unterschiedliche Ansichten zur Zukunft der progymnasialen Stufe. Der Seewner Gemeindepräsident Simon Esslinger, der als Schulleiter an der Sekundarschule Arlesheim-Münchenstein tätig ist, plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Solothurn und Baselland. Stéphanie Erni, Gemeindepräsidentin von Büren, betont: «Bezogen auf Dornach, gibt es auch ein geografisches Problem.» Beim Finden einer gemeinsamen Lösung werden die Distanzen zwischen den Gemeinden ein grosses Hindernis sein.

Ein Blick ins erfolgreiche bikantonale Gymnasium in Laufen könnte sich für die Verantwortlichen lohnen. Dort gehen seit 1969 Jugendliche aus den Ortschaften im Baselbieter Laufental und dem solothurnischen Thierstein gemeinsam zur Schule.