Frauentag

Veranstaltungen finden in Basel trotzdem statt – «Wir machen uns gerade in ‹Krisenzeiten› für Feminismus stark!»

In Basel und Zürich wird der Frauentag trotz Corona gefeiert. (Archivbild)

In Basel und Zürich wird der Frauentag trotz Corona gefeiert. (Archivbild)

In Basel und Zürich wurde in der laufenden Woche viel diskutiert. Jetzt ist klar: Der Frauentag wird trotzdem gefeiert. Auf dem Programm stehen zahlreiche Workshops, Vorträge und Events.

Ein tanzender Protest, eine feministische Tischrunde, ein Spaziergang durch die Geschichte der Frauen in Basel. Pünktlich zum 8. März hat ein Organisationskomitee zahlreiche Workshops, Vorträge und Events zusammengestellt, um den Tag der Frauen zu feiern. «Feminist Futures» lautet der Titel des zweitägigen Programms, das in der Kaserne Basel und im Klara stattfindet. «Zum internationalen Frauenkampftag wird auch Basel wieder lila», teilt das Komitee in der Medienmitteilung mit.

Anlässlich der aktuellen Entwicklungen steht aber die Frage im Raum: Kann die Veranstaltungsreihe am kommenden Wochenende trotz Corona-Virus durchgeführt werden? Ja, sagen die Organisatorinnen. Sie schliessen sich damit dem Komitee aus Zürich an. Dort sind ebenfalls zahlreiche Events sowie eine grosse Demonstration am Frauentag geplant. «Wir machen uns gerade in ‹Krisenzeiten› für Feminismus stark!», schreiben die Organisatorinnen in ihrer Mitteilung.

Zürcher Regierungsrätin findet es «keine gute Idee»

Sie vertreten die Ansicht, dass der Bund an erster Stelle die Wirtschaft und nicht die Bevölkerung schütze. «Umso mehr rufen wir Personen, die in Pflege, Betreuung, Sexarbeit, Reinigung, Gastronomie, Verkehr oder Detailhandel arbeiten zum Streik auf, da sie möglicherweise in unseren Aktionen besser vor einer Ansteckung geschützt sind als in ihrem Arbeitsumfeld», so das Komitee weiter.

Für die Zürcher SP-Regierungsrätin ist der Aufruf zur Frauendemo «keine gute Idee». Jacqueline Fehr schreibt auf Twitter: «Wir gefährden ältere und geschwächte Menschen unter uns, wenn wir nicht mithelfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Jetzt ist Solidarität gefragt. Der Kampf kann warten.»

Diesem Statement schliesst sich die Muttenzerin Patrizia Tamborrini an: «Es wäre sinnvoll die Veranstaltung zu verschieben», twittert die Grüne-Politikerin.

In Solothurn ist alles abgesagt

Während die Diskussion um den Frauentag in Zürich also kritisch geführt wird, hat sich das Organisationskomitee im Kanton Solothurn für eine Absage sämtlicher Events entschieden. Dies wird in den sozialen Medien mitgeteilt. «In Solidarität mit den feministischen Anliegen des 8. März hängen wir an diesem Tag alle Transparente und BHs aus den Fenstern raus», so die Organisatorinnen. Dafür wollen sie am 14. Juni 2020 wieder streiken.

Die Basler Organisatorinnen wollen gegenüber der bz nicht weiter Stellung zur Durchführung ihrer Veranstaltungen nehmen. Darum sei hier der Schluss der Medienmitteilung des Zürcher Komitees zitiert: «Kommt und seid laut. Wir nehmen uns den Raum. Solidarität ist der beste Gesundheitsschutz!»

Weitere Informationen zu den Anlässen am Wochenende: frauenstreik-bs.ch

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