Gastronomie
Stänzlergasse wird bald ganz amerikanisch mit dem neuen «Union Diner»

Nach dem Vorbild von amerikanischen Diners bauen die Wirte Stefan Grieder und Jérôme Beurret das ehemalige Café Stoffero an der Stänzlergasse um. Ab Juni soll es dort Fastfood für Anspruchsvolle geben.

Sarah Serafini
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Das Café Stoffero wird zum Union Diner. Auf einer grösseren Fläche zu einem höheren Mietzins wirtschaften ab Juni die Rhyschänzli-Wirte. sar

Das Café Stoffero wird zum Union Diner. Auf einer grösseren Fläche zu einem höheren Mietzins wirtschaften ab Juni die Rhyschänzli-Wirte. sar

Baustellenlärm. Gelbe Schalltafeln versperren die Sicht. Das ehemalige Café Stoffero an der Stänzlergasse wird umgebaut. Der Grundriss der Beiz wird vergrössert und die Fensterfront nach vorne bis zu den Säulen versetzt. Bauherrin ist die Rhyschänzli GmbH. Ihre beiden Geschäftsführer Stefan Grieder und Jérôme Beurret wollen hier im Juni ihr neues Restaurant eröffnen. «Union Diner» soll es heissen. Der Name sei Teil des Konzepts, sagt Stefan Grieder. Er kommt gerade aus der Küche. Läuft über Mittag viel im Restaurant Union an der Klybeckstrasse, so zieht sich der gelernte Koch die Schürze um und hilft in der Küche. Das Union wie auch das Rhyschänzli im St. Johann-Quartier sowie im Sommer die Kasernen-Buvette im Kleinbasel und also bald auch das Union Diner gehören zum kleinen Imperium des Gastronomie-Duos Grieder und Beurret.

Bei Diner denkt man an Autobahnraststätten in amerikanischen Spielfilmen. Hollywoodstars rutschen dort – mit einem Tablett in den Händen, auf dem Burger und Cola stehen – hinter die Tische. Ähnlich soll es ab Juni auch in der Stänzlergasse aussehen. Grieder sagt: «Es wird eher Imbiss und weniger Restaurant sein. Das Union Diner ist kein Ort, um lange zu verweilen, sondern einer, um schnell etwas zu essen.»

Unter der Woche von sieben bis zwölf Uhr abends und am Wochenende von sieben bis zwei Uhr morgens können Gäste zwischen English Breakfast, Burgern, Sandwiches oder Pommes auswählen. Mit einem hohen Qualitätsanspruch bei den Lebensmitteln wollen sich die beiden Wirte von üblichen Fastfood-Restaurants abgrenzen. Architektonisch wird das Union Diner an die Innenausstattung des Restaurants Union erinnern: Eichenholz, Kupfer und viel Grün soll es geben. Wie viel der Umbau kostet, will das Gastro-Duo nicht verraten.

Für Café Stoffero war es zu teuer

Christoph Giertz, Wirt des Café Stoffero, verliess das Lokal Ende September 2013, nachdem er es 20 Jahre lang betrieben hatte. Seine Café-Bar war bekannt für die guten Panini und den italienischen Kaffee. Weil die Hauseigentümer die Restaurantfläche vergrössern wollten, hätten sie von Giertz nach dem Umbau den doppelten Mietzins – rund 20'000 Franken – verlangen müssen. Dies konnte sich der Beizer nicht mehr leisten. Er zog aus.

«Ja, die Innenstadt ist sehr teuer», sagt Jérôme Beurret. In der Hand hält er einen Teller mit einem Hamburger. Wie Grieder hilft auch er über Mittag im gut besuchten Union aus. «Wer in der Innenstadt wirtschaften will, braucht ein gutes Restaurantkonzept.» Das Stoffero sei zwar bei seiner Eröffnung vor zehn Jahren ein genialer Ort gewesen, aber dann habe man es verschlafen, sich weiterzuentwickeln. Ob das Konzept der zwei Wirte so gut ist, dass es ihr Union Diner mit dem Tibits vis-à-vis aufnehmen kann, wissen Beurret und Grieder nicht. Eines ist für Grieder aber klar: «Wir geben uns sehr viel Mühe.»

Seit der Schliessung des Stoffero wirtschaftet Giertz zusammen mit seiner Frau im Panepiù an der Grenzacherstrasse. Vom neuen Konzept im ehemaligen Stoffero will er vorerst noch nichts wissen. Klar werde er irgendwann einmal dort vorbeischlendern und den Kopf ins neue Lokal stecken, aber für ihn sei das Stoffero abgehakt, Vergangenheit.

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