Rheintransport
Wegen Ukraine-Krieg: Fast 20 Prozent weniger Umschlag in den Schweizerischen Rheinhäfen

Die Schweizerischen Rheinhäfen präsentieren die Zahlen der ersten Hälfte des Jahres 2022. Es zeigt sich ein Minus von rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zara Zatti
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Die Rheinschifffahrt spürt den Ukraine-Konflikt und die tiefen Wasserpegel.

Die Rheinschifffahrt spürt den Ukraine-Konflikt und die tiefen Wasserpegel.

Patrik Walde

71'860 Containereinheiten wurden im ersten Halbjahr 2022 in den Rheinhafenterminals wasserseitig umgeschlagen. Das entspricht einer Steigerung um nahezu 17 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Gleichzeitig zeigt sich beim Umschlagsgewicht ein Minus von 17,8 Prozent. Heisst: Wurden im ersten Semester 2021 in den Häfen Kleinhüningen, Birsfelden und Auhafen Muttenz noch 2,8 Millionen Tonnen umgeschlagen, waren es 2022 nur noch 2,3 Millionen Tonnen.

Der Import betrug 1,8 Millionen Tonnen, wobei dieser um fast 23 Prozent abnahm. Beim Export wurde mit einer halben Million Tonnen ein Plus von acht Prozent verzeichnet.

Wie die Schweizerischen Rheinhäfen am Dienstag in einer Mitteilung schreiben, sei der Rückgang des Gesamtumschlags fast ausschliesslich auf die hohen Mineralöl- und Energiepreise durch den Krieg in der Ukraine zurückzuführen. Dadurch seien die Mineralöllager massiv abgebaut und die Importe auf ein Minimum zurückgefahren worden.

Tiefe Wasserpegel: Frachtraummangel bei der Rheinschifffahrt

724'000 Tonnen flüssige Treib- und Brennstoffe wurden über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert - das entspricht einer Abnahme um 43 Prozent. «Während der Import deutlich zurückgeht, ist die inländische Raffinerie hoch ausgelastet, sodass die Abfuhr des Schweröls als Reststoff zunimmt», heisst es in der Mitteilung.

Die Prognose für die zweite Jahreshälfte sei von mehreren Effekten geprägt. Einerseits durch den Einfluss des Mineralimportpreises. Dieser bewege sich aktuell aufgrund der Angst vor einer globalen Rezession eher nach unten. Auch die Pegelstände würden mitbestimmen, wie viel Mineralöl wieder über die Häfen abgewickelt werden könne. Unter dem Strich sei - bei ausreichendem Wasserstand - mit einer Zunahme der Importe zu rechnen.

Grundsätzlich habe die Rheinschifffahrt mit einem Personal- und Frachtraummangel zu kämpfen. Auch die Frachtpreise für die Rheinschiffe seien massiv gestiegen. Das liege auch an den tiefen Wasserpegeln.