Vorfasnacht
«Pfyfferli 2021» soll trotz Corona stattfinden: «Wir wollen nicht verstummen»

Die Vorfasnachtsveranstaltung «Pfyfferli» soll auch in Zeiten der Pandemie über die Bühne gehen. Die Verantwortlichen sind verhalten optimistisch, schliessen aber eine rein digitale Ausgabe nicht aus.

Aimee Baumgartner
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Geplant sind im Theater Fauteuil 37 Pfyfferli-Vorstellungen zwischen dem 8. Januar und dem 21. Februar 2021.

Geplant sind im Theater Fauteuil 37 Pfyfferli-Vorstellungen zwischen dem 8. Januar und dem 21. Februar 2021.

Theater Fauteuil

Seit letztem Monat wird auf der Bühne des Theaters Fauteuil am Spalenberg täglich geübt für das «Pfyfferli». Alle Beteiligten tragen bei der Probe eine dunkelrote Stoffmaske, auch das Ensemble, das auf der Bühne tanzt und trällert. Auch wenn man nur ein Drittel des Gesichts sehen kann, ist die Freude der Künstler durch das Strahlen in den Augen erkennbar. «Irgendwenn brucht dr Mensch widdr biz Normalität. Irgendwie, irgendwo, irgendwenn», singen sie. Der Weg hin zur Normalität ist aber noch ein langer.

«Wir wollen einfach nicht verstummen, sondern ein Zeichen setzen und zeigen, wie relevant die Kultur auch in dieser Zeit ist.»

Trotzdem – oder genau deshalb – soll es ab Januar ein «Pfyfferli» geben, obwohl andere Vorfasnachtsveranstaltungen wie das «Drummeli» oder das «Charivari» bereits abgesagt wurden. «Wir wollen einfach nicht verstummen, sondern ein Zeichen setzen und zeigen, wie relevant die Kultur auch in dieser Zeit ist», erzählt Caronline Rasser, Co-Leiterin des Fauteuils und Ensemble-Mitglied, während einer Pause.

Die Massnahmen diktieren die Form

Am Freitagmittag wurde das Geheimnis offiziell gelüftet, dass es das «Pfyfferli 2021» geben wird. Noch ist aber offen, ob das Publikum die Produktion live vor Ort im Theater Fauteuil sehen kann oder nur über einen Stream. Das hängt laut Caroline Rasser ganz davon ab, welche Massnahmen ab Januar im Kanton gelten. «Wir machen im Januar das, was möglich ist – und das kann alles sein», so Rasser.

Caroline Rasser

Caroline Rasser

Nicole Nars-Zimmer

«Wir dürfen nicht zu optimistisch sein, was die epidemiologische Lage angeht, sondern wir müssen auch damit rechnen, dass es eine rein digitale Produktion geben könnte.» Aktuell hoffen die Verantwortlichen, dass pro Veranstaltung 50 Personen anwesend sein dürfen. Insgesamt wären das 2000 Zuschauer statt den üblichen 14000. «Wirtschaftlich betrachtet ist das nicht rentabel für uns», sagt Caroline Rasser.

Nur dank der Unterstützung einer kleinen Gruppe von grosszügigen Damen und Herren, könne das «Pfyfferli 2021» überhaupt realisiert werden. Darüber, wer die Gönner sind und über die Höhe des Betrags, herrsche Stillschweigen. «Wir sind unendlich dankbar für diese Chance – nicht nur finanziell, sondern wir wissen auch, dass diese Menschen hinter uns stehen und uns wahnsinnig viel Mut machen.»

«Es ist auch wichtig, dass man im Leben andere Themen zulässt, auch wenn die Pandemie uns alle tangiert.»

Gezeigt werde ein kabarettistischer Jahresrückblick auf’s 2020. Aber haben da neben Corona überhaupt noch andere Themen Platz? «Absolut», antwortet Rasser blitzartig, «es ist auch wichtig, dass man im Leben andere Themen zulässt, auch wenn die Pandemie uns alle tangiert.» Neben dem Ensemble sind unter anderem auch Auftritte der «Bajass Clique», der Tambouren-Gruppe «Chriesibuebe» und der Schitzelbänke Doggter FMH, Heiri, Singvogel, Spitzbueb und Tam Tam geplant. Pro Vorstellung treten jeweils zwei Bänke auf.

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