Persönlich
Aufgepasst bei der Namenswahl!

Queen oder The Police? Heute undenkbar, da schlicht ungooglebar. Doch die Vereinbarkeit mit Suchmaschinen im Internet ist längst nicht die einzige Anforderung an einen Bandnamen.

Stefan Strittmatter
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Die Rock- und Popwelt ist ein Tummelgrund für Mythen. Ein Irrglaube, der sich hartnäckig in den Köpfen hält, besagt, dass bei einer Band die Songs das Wichtigste seien. Oder die Stimme. Oder das Zusammenspiel der Musiker. Alles falsch. Entscheidend für den Erfolg ist der Bandname.

Dieser muss eingängig, aber eigenständig sein. Leicht merk- und schwer verwechselbar. Eine Gratwanderung, bei der die meisten kläglich abstürzen. Denn entscheidend ist hier der Faktor Zeit. Waren Police oder Queen in ihrer Ära gute Namen, so wären sie heute ein Fehlgriff, weil ungooglebar.

Man möchte ja niemanden verärgern

Zudem sollte man darauf achten, dass der Bandname nicht für Konfusion sorgt auf Flyern, Plakaten oder in Social-Media-Posts. So ist abzuraten von Ideen wie «Ruhetag», «Geschlossen» oder «Ausverkauft». Auch nur bedingt als Band­name bieten sich «Freibier» oder «Gratiseintritt» an, wenn man niemanden verärgern will.

Unlängst erreichte mich von einem regionalen Jazzlokal ein Mail mit einer Konzertankündigung: «Live-Konzert mit Stream». Ich dachte: Ja, das macht man heute so. Die Band auf die Bühne, eine Kamera davor und ab damit ins weltweite Netz, zu den Fans in pandemietauglichem Abstand. Alles richtig gemacht. Bloss konnte ich in dem E-Mail eine Info partout nicht ausfindig machen: Wie heisst die auftretende Band? Eine Nachfrage sorgte für Klärung: Das Jazz-Quartett trägt den Namen Stream.

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