Oberwil
Das Leimentaler Openair ist zurück: Wilde Tanzeinlagen trotz Rekordhitze

Oberwil hat nach der Corona-Pause sein beliebtes Festival wieder – bei der 17. Ausgabe des Leimentaler Openairs wurde umso mehr gefeiert.

Tanja Opiasa-Bangerter
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Ausgelassene Stimmung am Leimentaler Openair 2022.

Ausgelassene Stimmung am Leimentaler Openair 2022.

Juri Junkov

Zum Tanzen, komme was wolle, fordert der Pedestrians-Frontsänger Mike Bill die Leimentaler am Freitag auf. Mitreissend bewegt sich ein Zweijähriger am Festivalauftakt der 17. Ausgabe des Leimentaler Openairs zum Sound der Badener Ska-Rock Band. Vorbei an einer jungen Besucherin, die barfuss und selbstvergessen auf der Festivalwiese an der Oberwiler Bruderholzstrasse tanzt, zieht eine hippe Seniorin ihre Begleitung näher zur Bühne.

Frenetisch, mit fliegenden Strohhüten und flatternden Sommerkleidern feiern über 2000 Besucher nach einer zweijährigen coronabedingten Pause das Comeback des familiären Musikfestivals.

Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
13 Bilder
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.
Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.

Impressionen vom Leimentaler Open Air 2022.

Juri Junkov

«Wenn uns die Pause etwas lernte, dann Flexibilität», meint Co-Präsidentin Rahel Steinmann beim Sponsorenapéro. Das Team aus lauter Ehrenamtlichen sei nach der Pandemie wieder eingespielt, berichtet der Marketing- und Medienverantwortliche Nico Zehnder. Neumitglieder hätten frischen Elan ins Team gebracht und ein Grossteil des gelagerten Materials habe wiederverwendet werden können, sagt er.

Beim Neustart habe zudem von geringen finanziellen Einbussen profitiert werden können. «Die Verträge der beiden 2020 gebuchten Headliner wurden erneuert», sagt Zehnder, blickt zur Warteschlange vor dem Eingang und frohlockt:

«Der Anlass ist bald ausverkauft.»

Trotz der Rekordhitze – mitunter wegen der verteilten Strohhüte und des Schattenwurfs des angrenzenden Waldes – behalten die Besucher kurz nach acht Uhr kühle Köpfe. Anders sei es dem 28-köpfigen OK ergangen, erzählt Zehnder und räumt im Hinblick auf die Hitzewelle ein: «Mir graut es vor dem Abbau.»

Keine zu klein, dabei zu sein.

Keine zu klein, dabei zu sein.

Juri Junkov

Weg vom Kommerz mit einem stimmigen Konzept

Zwei Leimentalerinnen, die sich neben der Bühne einen Burger gönnen, seien dem Leimentaler Openair seit der ersten Ausgabe treu: «Es ist wie ein grosses Klassentreffen.» Überglücklich, dass wieder gemeinsam gefeiert werden kann, zeigt sich auch die 23-jährige Flurina.

Corinne Stebler, die sich und ihren beiden Jungs nach der Hitze Crêpes gönnt, schwärmt: «Familienfreundlicher geht’s kaum.» Und den im ersten angrenzenden Haus wohnhaften Nachbarn gefällt vor allem «das stimmige Bio-Konzept». Der nachhaltige Charakter des Festivals habe sich kaum verändert, so das ehemalige OK-Mitglied Oliver Jucker und betont:

«Das Leimentaler Openair bietet einen Ausbruch aus dem Kommerz.»
Rapper Stress begeisterte seine Fans.

Rapper Stress begeisterte seine Fans.

Juri Junkov

Mittlerweile dämmert es und auf der Hauptbühne erscheint Rapper Stress zum Soundcheck. Die Besucher drängen sich dicht an dicht. Die einschneidenden Pandemie-Entbehrungen sitzen auch bei einer Catering-Mitarbeiterin tief. «Zum Glück sind wir wieder gemeinsam hier», betont die Pfadfinderin. Umso ausgelassener feiern die Leimentaler und verwandeln die Open-Air-Fläche zum Hit «Libéré» in ein Lichtermeer. Unter den Zuschauerinnen und Zuschauern befindet sich auch eine 50-köpfige Formation der Oberwiler Feuerwehr. Ein Open Air mit solch hohem Qualitätsanspruch aufzubauen, sei eine grossartige Leistung, betont Mitglied Sandro Plüss und fügt an: «Ich habe grossen Respekt vor dem Einsatz des OKs.»

Ehrenamtlich im Einsatz für die Region

OK Co-Präsident Simon Häner ist vor dem Sanitätszelt anzutreffen. «Die Besucher sind vernünftig», berichtet ihm eine Mitarbeiterin des Samaritervereins Therwil. «Es läuft so gut, dass wir für die morgige Verpflegung nachbestellen mussten», betont Häner und berichtet während des Lagechecks auf dem vollen Veloparkplatz von der bereichernden Zusammenarbeit mit der Pächterfamilie Ineichen. Im Sarasani-Zelt heizt DJ Putney um Mitternacht ein und einzelne Feiernde sitzen derweil auf den Schultern ihrer Freunde. «Die Stimmung ist jedes Jahr wunderschön», meint Bar-Mitarbeiterin Steffi, die neben ihrem Vollzeitjob während dreier Monate an der Umgestaltung der Bar mitgewirkt habe.

Endlich wieder feiern. Dazu gabs ein kühles Blondes.

Endlich wieder feiern. Dazu gabs ein kühles Blondes.

Juri Junkov

«Wir arbeiten hier mit Leidenschaft für die Menschen in der Region», betont OK-Kollege Levin Fäs. Und: «Seit zwei Jahren warte ich auf diesen Auftritt», sagt dazu DJ Putney am Ende seines Sets und erkundigt sich, wer am nächsten Festival-Tag auch vor Ort sein werde. Die Arme der Tanzenden fliegen nach oben, am Handgelenk tragen einige den Zweitagespass. «Und morgen nochmals von vorn», schwärmt ein junger Festivalgänger und lässt sich im Shuttle-Bus nach Oberwil chauffieren.