Herbstmesse
Eine Liebeserklärung an die Basler Kult-Geisterbahn

Pünktlich zum Start der Messe erscheint das Bilderbuch «Max und die Geister» des Basler Zeichners Hannes Nüsseler.

Jonas Hoskyn
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Die Geisterbahn muss wieder gruseliger werden, Max weiss Rat.

Die Geisterbahn muss wieder gruseliger werden, Max weiss Rat.

Hannes Nüsseler

«Es war völlig zugewachsen, düster, voller Skelette und hat mich total fasziniert», beschreibt Hannes Nüsseler seine Kindheitserinnerungen an die Wiener Prater-Geisterbahn. «Es hat bestimmt zwei Jahre gebraucht, bis ich mich das erste Mal rein getraut habe. Und auch dann hatte ich praktisch die ganze Zeit die Augen zu.» Sein Faible für die wohl älteste Geisterbahn der Herbstmesse hat Nüsseler – hauptberuflich Kulturredaktor für die bz Zeitung für die Region Basel – an seinen Sohn Max weitergegeben. Anfangs als Gutenachtgeschichte. «Irgendwann kam dann die Idee auf, daraus ein Bilderbuch zu machen.»

Lumpen-Lisi und Schlotter-Schorsch: kein Problem für Max.

Lumpen-Lisi und Schlotter-Schorsch: kein Problem für Max.

Hannes Nüsseler

Kaum fertiggestellt, verschwand dieses aber für Jahre in der Schublade. «Aber ich habe es immer wieder hervorgenommen», sagt Nüsseler. Im Zusammenhang mit dem 550-Jahr-Jubiläum der Herbstmesse nahm er einen neuen Anlauf und veröffentlicht die Geschichte nun im Eigenverlag.

Die Geisterbahn steht vor einer ungewissen Zukunft

Das Bilderbuch ist eine Liebeserklärung an die Wiener Prater-Geisterbahn. Diese war ursprünglich eine Dschungelbahn, davon zeugen noch diverse Relikte. Ab 1952 stand die Bahn insgesamt 40 Jahre hintereinander an der Basler Herbstmesse im Einsatz. Anschliessend verschwand sie für eine Renovation fast zwei Jahrzehnte von der Bildfläche.

Auch der Wilde Mann und der Höhlenbär aus dem Naturhistorischen treten auf.

Auch der Wilde Mann und der Höhlenbär aus dem Naturhistorischen treten auf.

Hannes Nüsseler

Auch an der diesjährigen Herbstmesse muss die Retro-Geisterbahn leider fehlen. Das finanzielle Risiko im Zusammenhang mit der Coronapandemie sei nicht tragbar, so die Betreiber, die einen Nachfolger suchen. Auch im Buch steht die Heimat von «Lumpen-Lisi und Schlotter-Schorsch» vor einer ungewissen Zukunft. Der Bahnkontrolleur Herr Bieder findet an der Attraktion wenig Gefallen.

Herbststimmung auf dem Münsterplatz.

Herbststimmung auf dem Münsterplatz.

Hannes Nüsseler

Um die Bahn wieder zu beleben, organisiert Max echte Geister. Welche das sein sollten, bestimmte weitestgehend Nüsselers damals sechs Jahre alter Sohn. So helfen etwa der Höhlenbär aus dem Naturhistorischen Museum, dr Wild Maa und die Weisse Frau vom Belchentunnel aus, dass in der in die Jahre gekommenen Bahn wieder Gruselstimmung aufkommt.

Das Bilderbuch «Max und die Geister» ist in verschiedenen Basler Buchhandlungen erhältlich, u. a. im Bider & Tanner, Orell Füssli, Comix Shop oder im Kinderbuchladen Proviant.

Wo geht's hier zur Herbstmesse?

Wo geht's hier zur Herbstmesse?

Hannes Nüsseler

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