Basel
Neue Wohnungen? Leere Büros haben grosses Potenzial

Eine neue Analyse zeigt, dass in Basel bis zu 600 Wohnungen in umgenutzten Immobilien entstehen könnten. Umnutzungen kämen aber nur dort infrage, wo überdurchschnittliche Mietwohnugspreise erreicht werden können.

Miriam Glass
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In leeren Büros könnten Wohnungen entstehen (Symbolbild)

In leeren Büros könnten Wohnungen entstehen (Symbolbild)

Keystone

Immer mehr Büroflächen stehen leer, Wohnraum dagegen ist knapp in den Schweizer Städten. Zu diesem Schluss kommen gleich mehrere Studien, die in den letzten Wochen erschienen sind. In Basel-Stadt denkt man deshalb darüber nach, in welchen Fällen Büros zu Wohnungen werden könnten.

Diese Woche hat die kantonale Fachstelle Stadtwohnen eine Analyse veröffentlicht, die das Potenzial von Umnutzungen aufzeigt. Die vom Beratungsunternehmen Wüest & Partner durchgeführte Untersuchung kommt zum Schluss, dass innert 15 Jahren 400 bis 600 Wohnungen entstehen können, wenn Büro- und Gewerbeflächen zu Wohnraum umgewandelt werden. Von der Fläche her hätten in den heute leer stehenden Büroräumlichkeiten zwar weit mehr Wohnungen Platz und auch aus baulicher Sicht sind Umnutzungen in den meisten Fällen möglich.

Wirtschaftlicher Vorteil

Die Analyse geht jedoch davon aus, dass Immobilienbesitzer eine Umnutzung nur dann in Betracht ziehen, wenn sie wirtschaftlich etwas bringt. So heisst es in der Analyse: «Umnutzungen kommen nur dort infrage, wo heute unterdurchschnittliche Büromieten erzielt werden (oder längerfristige Leerstände bestehen) und mit einer Umnutzung überdurchschnittliche Mietwohnungspreise erreicht werden können.» Demnach besteht auf fast 40 000 Quadratmetern ausserhalb der Innenstadt Potenzial für Umnutzungen.

Die Studie bildet den Stand vom August 2011 ab. Neue Entwicklungen wie der Wegzug von SBB-Cargo nach Olten sind nicht mit eingeflossen, die Veränderungen durch die Büro-Neubauten von Roche und Novartis sind jedoch berücksichtigt.

Die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung prüft ein Informationsangebot für Hauseigentümer. Vergangenen Sommer war von einem «Umnutzungscoach» die Rede. Ein solcher ist bisher aber nicht im Einsatz. Er müsste bestehende Beratungen sinnvoll ergänzen, sagt Regula Küng von der betreffenden Abteilung auf Anfrage des «Sonntag».