Versicherungsbetrug
Millionär meldet Gegenstände als gestohlen, die er nie besass

Unter anderem hat sich der Mann aus Basel einen Luxus-Fotoapparat von Nikon im Wert von von 23'900 Franken erdichtet. Das Bundesgericht hat die Verurteilung durch das Appellationsgericht bestätigt.

Urs-Peter Inderbitzin
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Whiskey (Symbolbild)

Whiskey (Symbolbild)

theguardian.com

Vor etwas mehr als sechs Jahren stellte ein Millionär aus Basel fest, dass in seiner Abwesenheit in seine Wohnung eingebrochen worden war. In den folgenden Tagen erstellte er zusammen mit seiner Freundin eine Liste der gestohlenen Gegenstände. Er reichte die Schadensmeldung, welche 76 Positionen umfasste, seiner Hausratsversicherung ein. Später ergänzte er die Liste um weitere 16 Positionen.

In den Schadensmeldungen waren unter anderem eine Profi-Fotoausrüstung der Marke Nikon im Wert von 23 900 Franken sowie drei Flaschen seltener Whisky angeführt. Bei letzteren ging die Versicherung davon aus, dass es sich aufgrund der Angaben des Bestohlenen um drei Flaschen «Whisky Macallan fine and rare 1926» im Wert von sage und schreibe 118 000 Franken handelte.

Insgesamt belief sich die Schadensaufstellung auf rund 385 000 Franken. Die Versicherung war aufgrund der Umstände des Falles jedoch misstrauisch und nahm vorerst keine Auszahlung vor.

Whisky-Flaschen à 39 000.-

In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ein Strafverfahren gegen den bestohlenen Millionär. Sie warf ihm vor, die Profi-Fotoausrüstung und den wertvollen Whisky nie besessen und diese Gegenstände im Wert von total 140 000 Franken der Versicherung in betrügerischer Weise als gestohlen gemeldet zu haben.

Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte den Millionär in zweiter Instanz wegen versuchten Betruges zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten, zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Franken sowie zu einer Busse von 500 Franken. Das Gericht kam zum Ergebnis, dass der Mann weder die Fotoausrüstung noch den Whisky je besessen hatte. Die Fotoausrüstung will er anno 2005 gekauft haben, einem Zeitpunkt, als die Ausrüstung zum Teil gar noch nicht auf dem Markt war.

Und die drei Flaschen Whisky «Macallan fine and rare 1926» hat er angeblich im Jahre 1974 von einem Hamburger Wirt als Geschenk erhalten. Und dies, obschon die offizielle Abfüllung erst im Jahre 1986 erfolgte und von diesem Whisky damals nur gerade 40 Flaschen abgefüllt worden waren.

Reine Geldgier

Das Bundesgericht hat die Verurteilung des Mannes nun vollumfänglich geschützt. Das Appellationsgericht hat dem Millionär zu Recht eine arglistige Täuschung vorgeworfen und auf versuchten Betrug erkannt.

Auch die 13-monatige Freiheitsstrafe erachtet das Bundesgericht als korrekt, hatte der Mann doch nicht aus einer finanziellen Bedrängnis heraus, sondern aus reiner Geldgier gehandelt. Der Verurteilte verfügt nämlich über eine monatliche Invalidenrente aus der I. und der II. Säule im Umfang von 9000 Franken und hat zudem ein Vermögen von weit über einer Million Franken.

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