MCH Group
Die Messe startet Charmeoffensive mit Potenzial

Noch nicht richtig im Amt kündet der neue CEO Florian Faber eine neue regionale Frühjahrsmesse «Spring» und einen «Sustainability»-Kongress an.

Christian Mensch
Drucken
Florian Faber, der neu ernannte CEO (ab 1. Juli 2022) der MCH Group, an einem Medientreff in Basel, am Mittwoch, 8. Juni 2022.

Florian Faber, der neu ernannte CEO (ab 1. Juli 2022) der MCH Group, an einem Medientreff in Basel, am Mittwoch, 8. Juni 2022.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Über 120’000 Gäste besuchten Ende April in Luzern die Luga, über 300’000 frequentierten Anfang Mai in Bern die BEA. Die traditionellen Frühlingsmessen erreichten damit nicht nur auf Anhieb das Vor-Pandemie-Resultat von 2019, sondern übertrafen damit vor allem auch die hausinternen Erwartungen. Seit der Einstellung der Muba 2019 fehlt ein solcher Event auf dem Messeplatz Basel.

Doch im kommenden Frühjahr will auch die MCH Group wieder mit einer Publikumsmesse aufwarten: Vom 22. bis zum 26. März startet sie ihr Festival «Spring». Dies hat der neue Konzernchef Florian Faber bei seinem ersten Auftritt vor den Medien bekannt gegeben.

Die «Spring» wolle zwar die Tradition der Muba aufnehmen, ohne jedoch den Staub, an dem die «Mustermesse» als nationaler Anlass schliesslich erstickte. Der Messeverantwortliche Roman Imgrüth sagt, aus dem Muba-Scheitern seien die zwei wichtigsten Lehren gezogen worden: «Spring» werde mit vier Tagen Dauer deutlich kürzer sein und eine stärkere regionale Identität haben.

Ein Festival als Frühjahrseinladung

Um den Eventcharakter zu betonen, wird «Spring» als «Festival» in den Kalender eingeführt. Das unternehmerische Risiko ist dabei überschaubar.

Voraussichtlich werden mit «Spring» lediglich das Erdgeschoss der Rundhofhalle und der Messeplatz bespielt. Der Rundhof wird als «Piazza» zu einem zusätzlichen Street-Food-Anlass («Piazza»). In einem Bereich der Halle entsteht ein Treffpunkt für das regionale Kunsthandwerk («Markt»). In einer anderen Ecke («City») präsentieren sich Ausstatter für den urbanen Lifestyle. Promotoren etwa für neue Mobilitätsformen oder E-Commerce erhalten schliesslich eine eigene Plattform («Lab»).

Für den Aussenraum sollen Eventveranstalter aus den Bereichen Sport, Musik und Kunst motiviert werden, mit eigenen Aktivitäten sich einen Auftritt zu schaffen.

Das Konzept für «Spring» wurde zwar während der Pandemie entwickelt, aber wohl nicht zufällig jetzt präsentiert: Den Politikerinnen und Politikern des Grossen Rates, die im Verlauf des Monats noch der Beteiligung des Kantons an einer neuerlichen Kapitalerhöhung zustimmen sollen, wird signalisiert, dass sich der Messekonzern wieder um seine Heimatstadt kümmert.

Ein Kongress nach dem Gusto der Basler Regierung

Faber sagt zu seinem Credo als Konzernchef, das Kerngeschäft des Unternehmens seien Messen und Kongresse. Zur Messeankündigung gesellt er denn auch gleich eine Ankündigung zu einem neuen, zweitägigen Kongress, den «Sustainability Days».

Was zeitlich fast unmittelbar an «Spring» anschliessen wird, ist ein vierteiliges Programm, dass sich wie ein Kompendium der populären Zukunftsthemen für die Politik und die Wirtschaft liest. Dabei ist viel von Nachhaltigkeit, von sauberer Energie und smarten Lösungen die Rede. Wäre der amtierende Regierungspräsident Beat Jans noch in seiner vormaligen Tätigkeit als Projektleiter des Beratungsbüros Ecos, könnte das Konzept aus seiner Feder stammen.

Faber weiss das wirtschaftlich Nützliche mit dem politisch Angenehmen zu verbinden. So ist er einerseits überzeugt, dass das Kongresswesen mit der Möglichkeit zu persönlichen Treffen wieder stark zulegen wird. Anderseits meint er, mit den «Sustainability Days» könne der Kanton seine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Entwicklung weiter stärken.