Anerkennung
Leichtathletik-Zentrum Nordwestschweiz wird ausgezeichnet

Per 1. Oktober wurde das Leichtathletik-Leistungszentrum Nordwestschweiz aufgewertet: Es wurde zu einem der vier nationalen Leistungszentren der Schweiz ernannt. Mit dieser Auszeichnung wurde die Trägerschaft um Swiss Athletics ergänzt.

Sydney Karolewski
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Marquis Richards (l.) und Gregori Ott stehen weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Marquis Richards (l.) und Gregori Ott stehen weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Keystone

«Dabei zu sein, wäre für mich das Grösste. Als ich mit meiner Mutter früher die Olympischen Spiele am TV schaute, habe ich ihr gesagt, dass ich eines Tages auch dorthin möchte», erzählt Top-Athlet Marquis Richards. Im Leichtathletik-Leistungszentrum Nordwestschweiz (LLZ NWS) gross geworden, gehört der Stabhochspringer zu dessen Aushängeschildern und ist mehrfacher Schweizer Meister.

Neben Marquis steht Gregori Ott, mehrfacher Schweizer Rekordhalter im Kugelstossen. Beide verabschieden sich vom Schul- und Studienalltag und möchten sich ganz auf den Sport konzentrieren. «Wir sind sehr dankbar, dass wir auf unserem Weg finanziell unterstützt werden. Wir haben hier eine super Förderung. Ich bin mit nicht einmal 19 Jahren ins Olympia-Team gekommen», meint Ott an der LLZ-Medienkonferenz im Merian-Iselin-Spital.

Beide haben vergangene Saison neben sportlichen Erfolgen gesundheitliche Rückschläge hinnehmen müssen. Jetzt stehen sie vor dem Aufbautraining – weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. «Ich hatte eine unglaubliche Saison. Ich musste aber feststellen, dass ich für die nächste einen freien Kopf brauche und habe meinen Job gekündet», sagt Richards. Er und Ott setzten sich das Ziel, als Profis Leichtathletik zu betreiben, doch haben sie für die nächste Saison unterschiedliche Ziele. «Für mich sieht es anders aus als bei Marquis. Ich bin doch noch ein Stückchen jünger als er, und ich konnte noch nie eine EM miterleben. Für mich hat diese deshalb Priorität. Rio wäre wie ein Stern am Himmel, das sicher auch mein Traumziel bleiben wird», meint Ott. Um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, muss Marquis noch 15 Zentimeter höher als seine Bestleistung springen. «Es ist realistisch, aber sehr schwierig», findet er.

Jetzt ein nationales Zentrum

Das Leichtathletik-Leistungszentrum Nordwestschweiz gehört zu einem der sechs anerkannten Zentren des Schweizerischen Leichtathletik-Verbands Swiss Athletics. Nun wurde es per 1. Oktober neu zu einem der vier nationalen Leistungszentren (NLZ) der Schweiz ernannt. «Wir sind sehr stolz darauf, diese Auszeichnung bekommen zu haben und nun dazuzugehören», freut sich Christof Biedermann, Präsident des LLZ NWS. «Das ist der lang ersehnte Anschluss der Region Basel an die nationale Spitze der Leichtathletik und eine Anerkennung für die hervorragende Basisarbeit, welche in den Vereinen der Nordwestschweiz gemacht wird», analysiert Biedermann.

Mehr Geld, bessere Trainer

Mit dieser Auszeichnung wird die Trägerschaft um Swiss Athletics ergänzt, was eine Zusammenarbeit und auch einen direkten Einfluss beidseits zur Folge hat. «Wir denken, dass wir mit der Ernennung zum NLZ an noch mehr und bessere Geldquellen rankommen. So kriegen wir mehr finanzielle Mittel, um bessere Trainer ausbilden zu können», sagt Stephan Neumann, Chef des LLZ. Insgesamt gibt es
15 Stützpunkttrainer, 5 davon verfügen über die höchste Verbandsausbildung.

«Es ist wichtig, dass sich unsere Athleten bei sehr gut ausgebildeten Trainern weiterentwickeln können», sagt Neumann. Ergänzt wird der Trainerstaff von Fritz Schmocker, um das bereits vorhandene Laufpotenzial in der Region Nordwestschweiz in Zukunft noch besser ausschöpfen zu können.

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