Basler Bands
Imagine: Mehr als ein gewöhnliches Festival

Das Open Air auf dem Barfüsserplatz in Basel bietet Konzerte und Workshops – gegen Rassismus, für Völkerverständigung. Am Samstagnachmittag spielen die Basler Bands.

Elena Manuel
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30'000 Zuschauer besuchten im vergangenen Jahr das Imagine-Festival rund um den Basler Barfüsserplatz.

30'000 Zuschauer besuchten im vergangenen Jahr das Imagine-Festival rund um den Basler Barfüsserplatz.

Zur Verfügung gestellt

Basler Bands

Hörproben der am Samstag auftretenden Basler Bands finden Sie am Ende des Artikels.

Das Imagine-Festival wurde als anti-rassistischer Botschafter ins Leben gerufen. 2002 entstand die Idee aus einer Kampagne von Terre des Hommes, der grössten privaten Kinderhilfsorganisation der Schweiz. Heute zählen sie Kolumbien, Kenia und Südamerika zu ihren Partnerländern. Ihr Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für Mitmenschen zu fördern. Welcher Hautfarbe, Kleidergrösse, Glaubensrichtung, Himmelsrichtung oder sexueller Ausrichtung man angehören mag, sollte egal sein; letzten Endes sind eben alle Menschen gleich. Das versucht das Musikfest zu vermitteln.

Für die Konzerte bezahlt man keinen Eintritt, das Gelände ist frei zugänglich. Auch für gehbehinderte Personen. Sie bekommen oberhalb der Treppe am Barfüsserplatz eine eigene Tribüne mit Blick auf die Hauptbühne. Für die Durchführung der beiden Tage übernehmen 40 Jugendliche die Verantwortung. Unterstützt werden sie dabei von weiteren 150 freiwilligen Helferinnen und Helfern.

Asylsuchende gewähren Einblick

Ihr diesjähriges Motto lautet: «Gegenbewegung: Begegnung». Um die Angst vor dem Fremden mindern zu können, braucht es Vermittlung und Begegnung, erklären sie auf ihrer Internetseite. Wie das geht? Kultur ermöglicht Begegnungen, die den Horizont erweitern. Oder etwas konkreter: Imagine fördert den Austausch zwischen lokalen und asylsuchenden Jugendlichen. Letztes Jahr arbeitete das Festival eng mit dem MNA-Zentrum in Lilienberg zusammen, einem Zentrum für unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Das Festival organisierte Workshops und ein grosses Fest im MNA-Zentrum. Auch dieses Jahr findet eine Zusammenarbeit statt.

Bei der Theaterpassage an einem Stand der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendverbände (SAJV) gewähren die Asylsuchenden einen Einblick in ihr Leben. Sie erzählen, wer sie sind, woher sie kommen, wie man sich mit der Ungewissheit herumschlägt, mit welcher der Aufenthaltsstatus verbunden ist. Und wie man in Angst lebt, mit 18 Jahren abgeschoben zu werden. Wer sich dafür interessiert, kann von 14 bis 17 Uhr einen Workshop besuchen und mit den Asylsuchenden ins Gespräch kommen. Diese Workshops finden auch vor und nach dem Festival während des Jahres statt. Dann sind sie allerdings nicht vom SAJV-Verband organisiert, sondern von den Jugendlichen selbst, die das Festival planen. «Wir sind eben mehr als ein Festival», sagt Alain Zoller, der Leiter der Workshops.

Was viele nicht wissen: Das Imagine-Komitee organisiert während des ganzen Jahres Veranstaltungen. In diesem Jahr gab es zum Beispiel eine U 16-Party im Jugendhaus Dreirosen, einen Bandcontest, dessen Sieger Gorki Gagarin am Wochenende auftritt, und einen Abend mit Poetry Slam und Chansons. Dazu bieten sie während des ganzen Jahres Workshops für Schulklassen zu den Themen Heimat, Diskriminierung und Rassismus an. Dieses Angebot wird gerne genutzt: 218 Teilnehmer im Alter von 8 bis 26 Jahren beteiligten sich an den Kursen. Damit nichts schiefläuft, werden die jungen Kursleiter von Sabin Müller, der Projektleiterin von Terre des Hommes, unterstützt. «Sie betreut uns bei der Konzipierung und gibt uns nötige Tipps», sagt Zoller.

Coop Pronto verkauft kein Glas

Nachhaltigkeit ist den jungen Veranstaltern besonders wichtig. Neben dem üblichen Mehrweggeschirr mit Pfandvergabe kooperieren sie zum ersten Mal mit dem Coop-Pronto am Barfüsserplatz. Die Filiale verkauft am Wochenende keine Glaswaren und versieht die Pet-Flaschen und Dosen mit einem Depot im Wert von zwei Franken. Das dürfte den Abfall reduzieren.

Eröffnet wird das Imagine-Festival heute Freitag auf der Klosterbühne von der Zürcher Indie-Band Josh. Als Höhepunkt des ersten Tages zählen die Rumänen Moonlight Breakfast, die mit ihrer Mischung aus Soul, Blues, Elektro-Swing und Nu-Jazz den Barfüsserplatz zum Tanzen bringen sollen. Am Samstagnachmittag spielen die Basler Bands, bis die dänischen Reptile Youth das Festival mit ihrer eigenen Mischung aus Pop, Rock und elektronischen Klängen beenden.

Basler Bands spielen am Samstag

Das Imagine-Festival findet am Freitag und am Samstag rund um den Barfüsserplatz statt. Basler Bands spielen am Samstag:

Amped & Wired, 16 Uhr

Gorki Gagarin, 16.30 Uhr

Amorph, 17.45 Uhr

Serafyn, 19.15 Uhr

Audio Dope, 20.45 Uhr

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.imaginefestival.ch.

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