Gesundheit
Im Notfall: Basler Sanität transportiert Babys jetzt mit speziellem Krankenwagen

Für den Transport von Neugeborenen kann in Basel-Stadt ein neues Sanitätsfahrzeug eingesetzt werden. Rund 600'000 Franken kostet die Baby-Ambulance, die über eine eigentliche mobile Neugeborenen-Intensivstation verfügt.

Olivia Meier
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Baby-Ambulanz Basel
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Sie ist mit einer speziell für die Bedürfnisse der Neonatologie konzipierten Isolette (Transportinkubator) ausgestattet.
Neu ist die Beatmung mit Stickoxid möglich, was bei schweren Atemproblen lebensrettend sein kann.
Zudem ist die Isolette im neuen Fahrzeug so installiert, dass während des Transports Fliehkräfte und Erschütterungen möglichst wenig auf die empfindlichen Körper der Neugeborenen wirken.

Baby-Ambulanz Basel

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Die Flotte der Basler Sanität hat ein neues Mitglied. Gelb-Blau wie die anderen, nur ein Teddy auf der Rückseite macht darauf aufmerksam, dass dieser Wagen für andere Patienten und Patientinnen vorgesehen ist. Für die ganz Kleinen nämlich.

Gestern stellte die Sanität Basel und das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) ihr neustes Gefährt vor: Die Baby-Ambulance. Das Modell stammt aus Luzern, wo es so einen Krankenwagen für Babys schon seit längerem gibt. Der neue Wagen kostete 300 000 Franken, die Isolette (der Brutkasten, in dem das Buschi transportiert wird) ebenfalls.

150 Neugeborenen-Transporte

Der Wagen dient dazu, Babys von einem Spital in ein anderes zu transportieren. Die Sanität und das UKBB führen jährlich 150 solcher Neugeborenen-Transporte durch. Im Notfall werden auch Buschis von zu Hause abgeholt. «Das sind aber weniger als fünf Fälle pro Jahr», so Maja Hug Brennwald, Spezialärztin Neonatologie am UKBB. Prinzipiell könne man mit dem neuen Wagen Baby unter fünf Kilo transportieren. Es käme jedoch auf den Fall drauf an, erklärt sie. Meistens seien es Frühgeburten mit Atemproblemen oder Herzfehlern, oft haben die Rettungskräfte der Baby-Ambulance jedoch noch keine Diagnose bei den Buschis. Die Rettungskräfte sind immer zu viert unterwegs: Zwei Sanitäter der Sanität Basel, die sich um den Transport kümmern und zwei Ärzte des UKBBs, die sich dem Baby annehmen.

Im neuen Krankenwagen ist auch die Beatmung mit Stickoxid möglich, die bei schweren Atemproblemen lebensrettend sein kann.

Die Isolette wird beim neuen Wagen von der Seite her eingeschoben. Bei den anderen Krankenwagen lädt man den Patienten auf der Barre von hinten ein. «Man fand heraus, dass ein empfindliches Neugeborenes viel weniger von den Bewegungen des Fahrzeuges mitbekommt, wenn es quer im Wagen liegt» so Martin Gabi, Leiter Sanität der Rettung Basel-Stadt. Bei den erwachsenen Patientinnen und Patienten sei es jedoch besser, sie von hinten einzuladen. Mit dem neuen Wagen können im Notfall jedoch auch Erwachsene abgeholt werden.