Für 5,6 Millionen Franken
Über 1000 sollen es werden: In Basel sollen alle öffentlichen Mülleimer durch Solarpresskübel ersetzt werden

Aktuell sind es 160, bis in fünf Jahren sollen es über 1000 sein: Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat 5,6 Millionen Franken, um eine grosse Menge der umstrittenen Solarpresskübel anzuschaffen. Zusätzlich sollen die bereits aufgestellten behindertenfreundlich umgebaut werden.

Elodie Kolb
Drucken
Waren heftiger Kritik ausgesetzt: Die neuen Solarpresskübel in Basel.

Waren heftiger Kritik ausgesetzt: Die neuen Solarpresskübel in Basel.

Roland Schmid

Lange waren die Pressabfalleimer, welche die Basler Müllabfuhr effizierter gestalten sollten, nicht mehr Thema in der Öffentlichkeit. Man könnte fast meinen, die Stadt hat sich an die silbernen Boxen gewöhnt. Nachdem die Beschaffung dieser neuen Mülleimer für Diskussionen gesorgt hatte – sowohl hinsichtlich ihres Aussehens, als auch ihrer mangelnden Behindertenfreundlichkeit – wurde ein Stopp eingelegt: Mit den 160 Bestehenden wollte man zunächst den Betrieb testen, hiess es damals.

Jetzt ist dieser Test vorbei: Die Regierung beantragt dem Grossen Rat, für 5,6 Millionen Franken weitere 940 der Solarpresskübel zu beschaffen. Sie hätten sich bewährt, schreibt die Regierung in einer Mitteilung.

Sämtliche 1100 Mülleimer sollen in den nächsten fünf Jahren ersetzt werden

«Wir sind zufrieden», sagt Roger Reinauer, Leiter des Tiefbauamts und Kantonsingenieur. «Wir reden auch mit Anwohnenden und Nutzenden und hören, dass die Menschen sich nach einer gewissen Angewöhnungsphase damit abfinden und teils auch angefreundet haben». Im vergangenen Jahr hätten sie aber kaum mehr etwas gehört, so Reinauer weiter. Im Gegenteil: Gerade das Fusspedal sei in Zeiten von Corona, in welchen gewisse Menschen aus Hygienegründen den Mülleimer nicht mit der Hand berühren wollten, sehr gelobt worden.

Sämtliche der rund 1100 öffentlichen Abfallkübel sollen in den nächsten fünf Jahren durch die Pressmülleimer ersetzt werden. Dasselbe gilt für die blauen Abfallcontainer, die jeweils unter anderem am Rheinbord stehen. Durch die solarbetriebene Presse können die Presskübel bei einem Fassungsvermögen von 120 bzw. 240 Litern bis zu 500 bzw. 1000 Liter Abfall aufnehmen – das sei viermal mehr als die konventionellen Mülleimer, heisst es in der Mitteilung der Regierung weiter.

Die bestehenden Mülleimer werden behindertenfreundlich umgerüstet

Die Probleme an den Presseimern seien inzwischen behoben worden: So konnten etwa anfängliche Fehlfunktionen mit der Füllstandsanzeige der smarten Mülleimer ausgemerzt werden. Und auch die Problematik mit der zu hohen Einwurfhöhe für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sei bei den Kübeln, die neu bestellt würden, angepasst worden: Wie es weiter heisst, sei die Einwurfhöhe um 15 Zentimeter heruntergesetzt worden. Bei den 160 Eimern, die bereits in Basel verteilt sind, solle die Höhe nachträglich angepasst werden. Dafür beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat zusätzlich 38'000 Franken.

«Voluminöser» und «weniger ästhetisch» wirken die neuen Pressabfallkübel im Stadtbild, so die Regierung. Daher seien die Kübel nach dem ersten Aufstellen noch einmal «dezenter platziert» worden. An der Ästhetik könne man allerdings nur bedingt viel machen, sagt denn auch Reinauer.

«Mir persönlich gefällt er, anderen weniger. Aber das ist bei einer öffentlichen Beschaffung so, der Markt muss spielen können. Das ist auch beschaffungsrechtlich vorgesehen.»

Eine neue Ausschreibung rein für ästhetischere Presskübel lehne die Regierung ab, heisst es in der Mitteilung weiter, da dies unter anderem die Vertragsauflösung mit dem bisherigen Anbieter zur Folge hätte.

Er sei zuversichtlich, dass das Geschäft vom Grossen Rat abgesegnet wird, sagt Reinauer. «Es führt schliesslich auch etwa zu 1,5 Millionen Franken Einsparungen jährlich und das ist doch sehr erheblich.