FHNW-Bericht
Geringerer Verlust als erwartet trotz Pandemie und Sorge um Frauenquote

Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn legen Parlamenten den Bericht zur FHNW 2018-2020 vor.

Nora Bader
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Der Bericht zur Fachhochschule Nordwestschweiz der vier Trägerkantone blickt auf eine intensive Zeit zurück. Im Bild der Standort Muttenz.

Der Bericht zur Fachhochschule Nordwestschweiz der vier Trägerkantone blickt auf eine intensive Zeit zurück. Im Bild der Standort Muttenz.

Benjamin Wieland

Die gute Nachricht vorab: Das coronabedingte Defizit fiel geringer aus als erwartet. Das geht aus dem Bericht der Interparlamentarischen Kommission der Fachhochschule Nordwestschweiz IPK FHNW heraus. Bei einem Gesamtaufwand in Höhe von 479,54 Millionen Franken schliesst die FHNW per Ende 2020 mit einem Aufwandüberschuss von 10,813 Millionen Franken ab. Der Verlust liegt damit leicht unter dem Budget (11,412 Millionen). Das Eigenkapital reduzierte sich per Ende 2020 von 33 Millionen auf 22,2 Millionen Franken.

Im Oktober 2020 waren 13'161 Studierende an der FHNW in den 29 Bachelor- (10'385 Studierende) und 18 Masterstudiengängen (2361 Studierende) immatrikuliert. Im Vergleich zum Jahr 2017 entspricht dies einem Anstieg von 7,6 Prozent nach Personen, sprich 3,7 Prozent nach Vollzeitäquivalenten, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Bei den Neueintritten (+7,3 Prozent) konnte die positive Trendwende vom Vorjahr fortgesetzt werden.

Weniger Eintritte am Standort Brugg-Windisch

Rückläufig waren in der Leistungsperiode 2018–2020 jedoch die Neueintritte an der Hochschule für Technik (–4,5 Prozent) sowie am Standort Brugg-Windisch (–13,7 Prozent). Bei der Ausbildung liegen die Durchschnittskosten weiterhin unter der Vorgabe des Leistungsauftrags und konnten nach einer Zunahme zwischen 2017 (26'300 Franken) und 2019 (27'500 Franken) im Jahr 2020 auf 27'500 Franken stabilisiert werden (Vorgabe Leistungsauftrag: 29'200). Auf den erwarteten Einbruch der Erträge beispielsweise im Bereich der Weiterbildung wurde schnell mit einer Reduktion der Kosten reagiert. Somit konnte der Verlust eingegrenzt und im Vergleich zum Budget geringer gehalten werden. Diese ausserordentliche Situation habe die FHNW – vorerst – gut überstanden, so Kommissionspräsident Markus Brunner (SVP Muttenz).

Kritik am zu geringen Frauenanteil

Coronabedingt habe die FHNW keine Unterstützungsgelder vom Bund erhalten und keine Kurzarbeit beantragt. Indirekt habe es aber Gelder vom Bund mit einem Coronazusammenhang gegeben; dies im Rahmen von Forschungsprojekten über die Auswirkungen von Corona, für die der Bund ein kompetitives Verfahren gestartet hatte und Forschende der FHNW ihre Projekte eingegeben hatten. Im Zusammenhang mit Projekten und Corona wurde der erhöhte Personalaufwand respektive die Fluktuation angesprochen.

Schwierigkeiten gab es gemäss Brunner dort, wo kein Fernunterricht möglich war: Etwa bei Laborunterricht konnte nur noch eine beschränkte Anzahl an Personen unterrichtet werden. Damit alle Studierenden denselben Ausbildungsstand erreichen konnten, mussten Schichtbetriebe eingeführt werden, was zu erhöhten Personalkosten führte.

Man setze darauf, bald wieder zum Präsenzunterricht zurückzukehren, so Brunner.

Kritisch wies ein Kommissionsmitglied auf das weiterhin unausgeglichene Verhältnis der Geschlechter hin. In Führungspositionen betrage der Frauenanteil lediglich 25,4 Prozent. Die Kommission sei «Zeuge einer gewissen Ratlosigkeit, wie diese Quote erhöht werden könnte», geworden, steht im Bericht. Handle es sich doch bei weitem nicht um ein FHNW-exklusives Problem, und verschiedenste Projekte von unterschiedlichen Institutionen führten nicht zum gewünschten Effekt. Die Fachhochschule verfolge den Ansatz, Frauen in Führungspositionen zu positionieren, damit diese wiederum anderen Frauen als Vorbilder dienen.

Aktuell sind fünf der neun Hochschuldirektoren Frauen – die FHNW erhoffe sich, dass diese Vorbilder einen Schub an weiblichen Führungskräften auslösen, so Brunner weiter. Die Fachhochschule setze sich zum Ziel, die Besten anzustellen, was einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in Führungspositionen nicht widerspreche.

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