Festival
Das Jazzfestival Basel trotzt der Pandemie und zeigt Präsenz

Obwohl die Covid-Zahlen derzeit wieder steigen, will Konzertveranstalter Urs Blindenbacher am Jazzfestival Basel 2021 festhalten. Das Programm klingt auf jeden Fall vielversprechend.

Michael Gasser
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Pressetermin Offbeat Festival Basel. (Von links) Lukas Schürmann, Maja Barroso und Urs Blindenbacher.

Pressetermin Offbeat Festival Basel. (Von links) Lukas Schürmann, Maja Barroso und Urs Blindenbacher.

Goffredo Loertscher / bz Zeitung für die Region

«Auch für uns ist Corona ein Riesenthema», räumte Offbeat-Impressario Urs Blindenbacher anlässlich der Medienkonferenz zum Jazzfestival Basel 2021 ein. «Und eigentlich sorgt jeder Tag für ein neues Schreckmümpfeli.» So habe ihn Erika Stucky erst vor kurzem darauf hingewiesen, dass es wohl nichts mit ihrem auf den 1. Mai eingeplanten Auftritt in der Kaserne werde, weil sie da aus England angereist komme und somit erst in Quarantäne müsse. «In diese muss die Walliser Musikerin jedoch nicht, da Konzerte als Businesstrip gelten. Wir sind also weiterhin guter Dinge, dass es mit ihrem Set klappt», gab Blindenbacher einen Einblick in die Probleme, mit denen er sich tagtäglich konfrontiert sieht.

Folgerichtig könne man hinterfragen, warum Veranstalter Offbeat trotz Pandemie an der Festivalausgabe 2021 festhalten wolle, sagte Blindenbacher und kam selbst zum Schluss: «Ganz einfach: Ein Event muss nur ein- oder zweimal nicht stattfinden und schon ist er weg vom Fenster. Deshalb wollen wir präsent bleiben.» Geplant ist, dass das Jazzfestival am 24. April von der Jakob Manz Group eröffnet wird – im Atlantis. «Um die Konzertreihe zu retten, sollen pro Gig vorerst maximal 50 Personen zugelassen werden», erläuterte Blindenbacher.

Damit sich das Ganze zumindest halbwegs rechnet, finden bis Anfang Mai zwei Sets pro Abend statt. In der Hoffnung, dass sich die gesundheitliche Lage anschliessend bessert und Live-Kultur wieder in grösserem Umfang möglich wird. Zu bereits bewährten Veranstaltungsorten wie Jazzcampus Basel, Gare du Nord oder Kaserne gesellt sich neu auch das Musik- und Kulturzentrum Don Bosco. Hier sollen am 2. Mai zum «Guitar Summit» mit Lionel Loucke, Martin Taylor und Ulf Wakenius kommen, der ursprünglich im Stadtcasino hätte stattfinden sollen.

Vor allem Acts aus der Schweiz, aber auch aus Israel oder Mali

Dass der Schwerpunkt der Jazzfestival-Ausgabe 2021 nicht zuletzt bei Acts aus der Schweiz wie dem Basler Pianisten Jean-Paul Brodbeck oder Kaspar Ewalds Exorbitantes Kabinett auszumachen ist, hängt laut Urs Blindenbacher ebenfalls mit der Pandemie zusammen. «Aufgrund der geltenden Einreisebestimmungen wäre es momentan ein Ding der Unmöglichkeit, etwa eine Band aus Kuba nach Basel zu bringen.» Komme hinzu, dass sich bei uns gerade sehr viele spannende Musikprojekte entwickelten. «Offbeat verschreibt sich denn auch 2021 neuen Trends, will Unbekanntes fördern und neue Namen unterstützen sowie den Generationenwechsel aktiv fördern», so Blindenbacher.

Was aber keineswegs heissen soll, dass das Programm ohne klingende internationale Namen auskommen muss: Für Mai sind neben einem gemeinsamen Konzert des norwegischen Trompeters Nils Petter Molvær und dem französischen Schlagzeuger Mino Cinelu auch Auftritte des israelischen Pianotrios Shalosh oder von Fatouma Diawara mitsamt Band angekündigt. Eigentlich hätte die malische Singer/Songwriterin bereits im vergangenen Mai in Basel gastieren sollen, doch damals durchkreuzte Covid die Pläne. Seinen fulminanten Abschluss soll das Jazzfestival Basel 2021 im Stadtcasino mit einem Set des Astor Piazzolla Quintets erfahren – dies zu Ehren des 100. Geburtstages der argentinischen Tango-Legende.

Natürlich ist sich Urs Blindenbacher nur zu bewusst, dass die Pandemie ihm und dem Festival nach wie vor einen Strich durchs Programm machen kann. «Wir hoffen sehr, dass wir unsere Konzerte durchführen können. Für uns ist und bleibt es bis auf weiteres auf jeden Fall ein Überlebenskampf.»

Offbeat-Festival. Das ganze Programm unter www.offbeat-concert.ch