Die Photo Basel hat expandiert. Das stellt man fest, wenn man die Messe im Basler Volkshaus besucht. Denn in diesem Jahr betritt man sie über den ersten Stock, sie erstreckt sich also über eine grössere Fläche. Und sie wird besser frequentiert als zum Beispiel die Volta, so unser Eindruck. Vielleicht aufgrund der zentraleren Lage, vielleicht auch, weil sie eine Nische besetzt: Die Photo Basel konzentriert sich, der Name sagts, ganz auf die Fotografie. Hier findet sich alles: Akt-Aufnahmen, Promi-Porträts.

Uns ist ein Werk ins Auge gestochen, das in vielerlei Hinsicht zu den Ausnahmen gehört an der Photo Basel. Zum Beispiel, weil es von einem Schweizer Fotografen stammt: vom Zürcher René Burri (1933–2014). Jeder von uns hat schon mal einen Burri gesehen: Sein Porträt des kubanischen Guerillaführers Che Guevara hat zeitlos ikonografischen Charakter.

Diese Fotografie hier fasziniert durch ihre Komposition. Sie wirkt wie ein Gemälde, bei dem alle Farbverhältnisse, alle geometrischen Flächen perfekt ausgewogen sind. Man erkennt Burris Sinn für das Zusammenspiel von Licht und Schatten, seine ideale Wahl des Standorts, sein Timing, seinen Blick. In diesem Fall in einem Hof einer modernistischen Anlage des mexikanischen Star-Architekten Luis Barragan. So klar und still die Gebäudestrukturen und die unterschiedlichen Farben sind, so sanft die Bewegungen: Das Wasser bricht die starre Struktur auf, sorgt für ein lebhaftes Element, ebenso der Junge, der ein Pferd durch den Hof führt.

«Ein perfektes Bild»

Caterina Mestrovich von der Londoner Atlas Gallery verweist bei der Betrachtung auf die Multiplizierung der Räume durch die Reflektion im Wasser. «Es ist einfach ein perfektes Bild», schwärmt die Galeristin.

René Burri gehörte zum erstklassigen Fotografen-Zirkel von Magnum. 2011, drei Jahre vor seinem Tod, fertigte er von dieser Aufnahme aus dem Jahr 1976 eine Serie an, «Larger than Life»: Es ist eine grossformatige Edition von sieben Abzügen. Gemäss Mestrovich hat die Atlas Gallery die Hälfte verkauft. Dass noch nicht alle Stücke dieser Edition weg sind, mag am veranschlagten Preis liegen. Mit 30 000 Franken fällt dieses Werk verglichen mit dem Gros an der Photo Basel auch diesbezüglich aus dem Rahmen.