Konzert
Die national erfolgreichsten Künstler dominieren im Volkshaus

Das Herbst-und-Winter-Programm im Volkshaus ist für alle gut verträglich. Es treten vor allem national erfolgreich Künstler auf. Seven, Lunik Lovebugs, 77 Bombay Street, Patent Ochsner und Bastian Baker gehören dazu.

Jasmin Grasser
Drucken
Teilen
Viele nationale Acts kommen ins Basler Volkshaus
8 Bilder
Bastian Baker wird auch kommen
Lunik mit Frontfrau Jaël. Ein Auto in Bern macht keinen Sinn: Lunik Frontfrau Jaël (Archiv)
Rapper Stress
Sänger Seven
Die Schweizer Patent Ochsner.
Nochmals Bühne Huber mit Patent Ochsner.
Lovebugs

Viele nationale Acts kommen ins Basler Volkshaus

Alex Spichale

Das Basler Volkshaus soll einem breiten Publikum etwas bieten. Doch das ist gar nicht so einfach: «Die grösste Schwierigkeit ist, nicht beliebig zu werden», sagt Lukas Wyniger. Er ist beim Volkshaus verantwortlich für Musik und Kultur.

Grosse Schweizer Namen

Seven, Lunik Lovebugs, 77 Bombay Street, Patent Ochsner und Bastian Baker: Viele derzeit kommerziell erfolgreiche Schweizer Künstler treten im Herbst und Winter im Volkshaus auf (siehe Kasten). Diese musikalische Mischung hat System. «Wir möchten Menschen ab dem Maturalter aufwärts ansprechen», sagt Wyniger. «Das Volkshaus soll ein Haus für alle Basler sein.» Der Geschmack der Masse sei eben kommerziell. Deswegen sei das Programm im grossen Festsaal darauf ausgelegt, diesen auch zu füllen. «Wenn ich aber einen Hip-Hop- oder Reggaekünstler finde, der die Halle füllt, dann bin ich der Erste, der ihn bucht.» Könnte sich Wyniger ein Konzert im Volkshaus wünschen, dann wäre das Guns’n’Roses in Originalbesetzung. Martin Reinshagen, Geschäftsführer des Volkshauses, wäre für Carlos Santana zu haben. Reinshagen ist zufrieden mit der Entwicklung seit der Wiedereröffnung. Neu ist die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Allblues, der bereits in Zürich das Volkshaus und das Kaufleuten bespielt. Zudem wurde eine Zusammenarbeit mit dem Rockförderverein lanciert: Verschiedene Basler Bands treten einmal im Monat im Saal des Union auf. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen Basler Musiker vermehrt eine Chance erhalten, vor internationalen Künstlern spielen zu können.

Das Programm im Volkshaus

2.10.: Curtis Stigers.
25.10.: Lovebugs.
27.10 .: Seat Music Session.
30.10.: Youngblood Brass Band.
1.11.: Dieter Thomas Kuhn & Band.
03.11.: Nada Surf.
7.11.: Bonaparte.
9.11 .: 77 Bombay Street.
15.11.: Calexico.
28.11 .: Hubert von Goisern.30.11 .: Seven.
1.12.: Lunik. 4.12.: John Mayall.
5.12 .: Shantel & Bucovina Club Orkestar.
6.12.: Bastian Baker.
4.01.2013.: Stress.
6.03.2013.: Patent Ochsner.
21.04.2013.: Carlos Núñez Celtic Brasil II.

Austausch mit der Konkurrenz

Für Reinshagen ist es wichtig, dass die Neuerungen Schritt für Schritt kommen: «Wir wollen den Gast nicht überfordern.» Das Team hat sich das Ziel gesetzt, das Volkshaus als nationalen und internationalen Konzert-und Kulturplatz zu etablieren. «Dazu braucht es Beharrlichkeit», sagt Reinhagen. Auch das ist nicht immer einfach: Heinz Darr, der schon vor dem Neubau als Veranstalter für das Volkshaus gearbeitet hat, erzählt, wie ihm vor Jahren eine Band angeboten worden sei, die nicht auftreten konnte, weil zur gleichen Zeit eine Reggaeparty stattfand. Diese Gruppe, The XX, haben mittlerweile weltweit Erfolg. «Ich würde sie gerne im
Volkshaus sehen», sagt Darr und lacht.

Angesprochen auf die Konkurrenzsituation in Basel sagt Wyniger, er sehe diese als Wettbewerb: «Mit der Kaserne sind wir zum Beispiel im regelmässigen Austausch.» Man komme nicht aneinander vorbei. Zudem sei die Reithalle das einzige Konzertlokal, das es flächenmässig mit dem Festsaal des Volkshauses aufnehmen kann. Es sei aber nicht das Ziel, ein bestehendes Konzept zu kopieren, sondern ein Neues zu entwickeln, das zu Basel passe und im Volkshaus funktioniere.

Alter Boden unter dem Teppich

Die sichtbarsten Veränderungen im Haus sind allerdings äusserlich. Die Architekten Herzog und de Meuron haben die Brasserie und die Bar umgebaut. «Wir wollten das ursprüngliche Volkshaus zurück, sagt Reinshagen. «In den 80er- und 90er-Jahren wurde es sehr verschachtelt und auch verschandelt.» Im Saal wurde der Teppich entfernt. Darunter lag der originale Steinboden. In der Brasserie sieht man deutlich die Träger des Hauses. Und die Küche wurde erneuert.

Früher war das Lokal geteilt. Es gab den Pächter des Restaurants und die Veranstalter, die die Säle bespielten. Heute sind Veranstalter, Geschäftsführer und der Musikverantwortliche ein Team für das ganze Haus. Es soll dereinst auch möglich sein, im Volkshaus zu übernachten, zu speisen, bereits nachmittags an eine Party zu gehen, abends an ein Konzert und nach dem Feiern im hauseigenen Club wieder in die Hotelbetten zu fallen. «Allerdings wird der Club erst 2013 Realität werden, das Hotel dauert bis 2016», sagt Wyniger.

Neue Partyreihen

Ein erster Schritt in diese Zukunft sind die Samstagnachmittag-Partys. Die Erste war letzten Samstag. Jeweils am dritten Samstag im Monat haben Partywillige die Möglichkeit, von 15 Uhr bis 22 Uhr an der Bar Cocktails zu schlürfen und zu tanzen. Das Konzept stammt aus New York. Wyniger: «Ein Vorteil davon, bereits am Samstagtagnachmittag zu feiern ist sicher, dass man nicht am Sonntagmorgen ins Bett fällt und den gesamten Tag verliert.»

Ein weiterer Vorteil: Wenn die Musik um 22 Uhr ausgeht, verärgert man die Anwohner nicht. Lukas Wyniger und Martin Reinhagen waren allerdings überrascht vom Erfolg der Party. «Wir haben gehofft, dass es funktioniert», sagt Wyniger.

Aktuelle Nachrichten