Feuerwehr
Die alte Dampfspritze kommt auf Touren: Warum diese Basler Trouvaille weltweit einzigartig ist

Ein weltweit einzigartiges Fahrzeug der Basler Feuerwehr wird wieder selbstfahrend: Die über 100-jährige Automobildampfspritze der damaligen Feuerwache Basel-Stadt erhält neues Leben.

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Sie geben der alten Maschine neues Leben: Initiant Pascal Troller, Kesselschmied Demian Soder und Kesselinspektor Peter Gysel (von links). Bild: zvg

Sie geben der alten Maschine neues Leben: Initiant Pascal Troller, Kesselschmied Demian Soder und Kesselinspektor Peter Gysel (von links). Bild: zvg

Zur Verfügung gestellt

In Sachen Wartung und Unterhalt legten die alten Basler Feuerwehrleute ein sensationelles Zeugnis ab. Zumindest wenn es nach ihrer Automobildampfspritze Baujahr 1905 geht. Damals hatten die Feuerwehrmänner kaum damit gerechnet, dass ausgerechnet ihr Fahrzeug 114 Jahre später die weltweit einzige Dampfspritze dieser Art ist, die überhaupt noch in fahrtauglichem Zustand ist.

Das Gefährt mutet heute ausserordentlich antiquiert und fast schon niedlich an, vergleicht man es mit herkömmlichen Löschfahrzeugen. Doch damals war die Dampfspritze etwas vom Modernsten, das in der Brandbekämpfung zu haben war. Sie war dank Dampfkraft im Zeitalter der Pferdegespanne sogar selbstfahrend.

Kesselfan, Kesselschmied und Kesselinspektor

Daher legen sich dessen Restauratoren derzeit mächtig ins Zeug. Pascal Troller ist Initiant einer Bewegung, die das Fahrzeug wieder fit machen will. Troller scheut dabei keine technischen Kniffe und suchte für die Instandsetzung einen der letzten Kesselschmiede der Schweiz auf. Denn das wichtigste Teil des Gefährts, der Dampfkessel, war nach über 100 Jahren trotz fahrtauglichen Erhalts wortwörtlich in die Jahre gekommen.

Mittlerweile ist der Kessel von Kesselschmied Demian Soder im aargauischen Dintikon geflickt worden. Der Kessel bestand die Wasserdruckprobe durch Kesselinspektor Peter Gysel übrigens erfolgreich. Er ist also dicht.

Ein «schützenswertes» Fahrzeug-Denkmal

Es handle sich laut Troller bei der Dampfspritze um ein «einmaliges Verkehrsdenkmal, das unter Denkmalschutz gestellt werden sollte». Geschützt ist es noch nicht, allerdings haben die Kantone Basel-Stadt und Baselland aus dem Lotteriefonds Beiträge an die Sanierung gesprochen.

Bevor das Ausstellungsobjekt des Schweizerischen Feuerwehrmuseums Basel wieder in seine Heimat zurückkehrt, wird es per Probefahrt in Olten getestet. Am Sonntag, 10. November, wird die revidierte Automobildampfspritze in der Stadtkirche Olten im Rahmen eines Feuerwehr-Gottesdienstes von Troller offiziell an die Trägerschaft «Freunde der Automobildampfspritze der Feuerwehr Basel» übergeben. (ans)

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