Coronaausbruch
Muttenzer Schülerinnen und Schüler müssen in Quarantäne bis und mit Heiligabend

Der bisher grösste Coronaausbruch an einer Baselbieter Schule verdirbt vielen Familien die Weihnachtsferien. Ein Freitesten aus der Quarantäne ist nicht möglich, da es sich um Omikron-Fälle handelt.

Bojan Stula
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Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Hinterzweien in Muttenz müssen zehn Tage in Quarantäne.

Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Hinterzweien in Muttenz müssen zehn Tage in Quarantäne.

Kenneth Nars

Böse Überraschung am Dienstag in Muttenz: Wegen einer Häufung von Omikron-Fällen verordnete der Baselbieter Kantonsarzt die sofortige Schliessung der Sekundarschulstandorte Hinterzweien und Gründen. Kurz nach Mittag wurden die betroffenen Familien per E-Mail von der Schulleitung über die Massnahme informiert. Jene Schülerinnen und Schüler, die sich zur Mittagszeit noch im Muttenzer Testcenter zur Umgebungsabklärung aufhielten, wurden nach erfolgtem Stäbchentest direkt nach Hause geschickt.

Laut Krisenstab machten rund zehn Omikron-Fälle verteilt auf mehrere Klassen die Massnahme unumgänglich. Aufgrund der am Dienstag erfolgten, aber noch nicht ausgewerteten Umgebungstests musste mit weiteren Fällen gerechnet werden. Insgesamt sind 650 Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen vom bisher grössten Ausbruch an einer Baselbieter Schule betroffen.

Bereits am vergangenen Freitag hatten die Behörden aufgrund der Omikron-Verdachtsfälle sowie der generellen Häufung von Covid-19-Fällen im Primarschulhaus Gründen und der Sekundarschule Hinterzweien 19 Klassen in Quarantäne geschickt, was die faktische Schliessung der Primarschule bedeutete. Zusätzlich wurde die Umgebungsabklärung für alle Jugendlichen und Lehrkräfte angeordnet. Die Schüler wurden im Verlauf des Sonntags über den genauen Ablauf der Umgebungstests informiert.

Keine Möglichkeit zum Freitesten

Die Konsequenzen für all diese und ihre Familien sind besonders ärgerlich. Die Direktbetroffenen müssen jetzt für zehn Tage in die Quarantäne – also genau bis und mit Heiligabend. Eine Möglichkeit zum Freitesten besteht aufgrund der verschärften Omikron-Bestimmungen des Bundesamts für Gesundheit nicht. Die Quarantäne gilt auch für alle doppelt Geimpften und Genesenen.

Einzig jene Direktbetroffenen, die bereits vor mehr als zwei Wochen geboostert worden sind, bleiben davon verschont. Für Eltern und Geschwister gilt die Quarantänepflicht zwar nicht, doch empfahl der Krisenstab am Dienstag eine erhöhte Vorsicht im Umgang mit den betroffenen Jugendlichen, minimale soziale Kontakte sowie, neben weiteren Massnahmen, das Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Raum.

Am Mittwochmorgen reichte die Muttenzer Sekundarschulleitung die Präzisierung nach, dass die Quarantäne jeweils am Tag nach dem letzten Schulbesuch einsetze. Für all jene Klassen, die sich bereits seit vergangener Woche in Quarantäne befinden, bedeute dies ein entsprechend früheres Ende derselben.

Noch kein Entscheid betreffend Ferienverlängerung

Die Nachricht, die sich am Dienstag in Muttenz wie ein Lauffeuer verbreitete, verdirbt nun zahlreichen Familien die diesen Samstag beginnenden Weihnachtsferien. Statt eines Skiurlaubs vor den Festtagen müssen alle Betroffenen die nächsten zehn Tage in den eigenen vier Wänden verbringen. Laut Mitteilung der Sekundarschulleitung ist bis Ende dieser Schulwoche, sofern möglich, Fernunterricht vorgesehen, aber keineswegs in allen Klassen sichergestellt.

Unmut machte sich auch innerhalb der Lehrerschaft breit. Wäre die Schulschliessung bereits Ende vergangener Woche nach Auftreten der ersten Verdachtsfälle beschlossen worden, wären die Ferien weniger lang von der Quarantäne betroffen gewesen. Und dann hätte man erst noch in Ruhe die Resultate aller Umgebungstests abwarten können, sagte ein Muttenzer Lehrer zur bz. Eine allfällige Ferienverlängerung Anfang Januar befand sich am Dienstag bei den Behörden noch immer in Diskussion. Der diesbezügliche Entscheid soll aber bis Ende Woche fallen.

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