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Trämli, Trämli, Trämli, Trämli ... Facelifting für BVB-Haltestellen

In den nächsten Jahren sollen rund 130 alte Haltestellen durch einheitliche neue ersetzt werden. Sogar Solarzellen sind angedacht. Kostenpunkt: fast 30 Millionen Franken.

Jonas Hoskyn
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Der Typ «Parapluie» soll künftig zur Standard-Wartehalle der BVB werden.

Der Typ «Parapluie» soll künftig zur Standard-Wartehalle der BVB werden.

Kenneth Nars

Sie gehören fest zum Basler Stadtbild: die Haltestellen der BVB. Dass es davon mehrere verschiedene Typen gibt, haben die meisten Tram- und Buspassagieren bisher wohl kaum bewusst wahrgenommen. Doch nun soll Schluss sein mit der Artenvielfalt: Die BVB wollen in den nächsten Jahren reihenweise veraltete Haltestellen ersetzen.

Verschwinden sollen der Typ Furrer (bis 2000 gebaut) und der Typ Schuhschachtel (bis 2004 gebaut). Die Zukunft gehört dagegen dem Modell Parapluie. Und dies, obwohl die Glasboxen weniger Platz zum Warten bieten – wie nun die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) des Grossen Rats schreibt.

Im Schnitt 26 Jahre alt: der Typ Furrer.

Im Schnitt 26 Jahre alt: der Typ Furrer.

Bild: BVB
Im Schnitt 40 Jahre alt: der Typ Schuhschachtel.

Im Schnitt 40 Jahre alt: der Typ Schuhschachtel.

Bild: BVB

Der Grund für das Grossprojekt: Die Wartehallen sind überaltert. Der Typ Furrer (noch rund 70 Exemplare) hat im Schnitt 26 Jahre auf dem Buckel, was etwa der Lebenserwartung einer Haltestelle entspricht. Die Schuhschachteln (noch über 50 Exemplare) sind durchschnittlich sogar 40 Jahre alt und damit eindeutig veraltet. Neun von zehn kriegen von der BVB die Zustandsnote «schlecht» oder «alarmierend» – unter anderem würden die tragenden Metallkonstruktionen zu rosten beginnen.

144 neue Wartehallen

Bisher folgte die Ausstattung der Haltestellen der BVB keinem übergeordneten Konzept. Künftig sollen alle Wartehallen als eine der drei Parapluie-Varianten daher kommen. Ausgenommen sind nur die speziellen Wartehallen – etwa am Barfüsserplatz, Centralbahnplatz oder Wettsteinplatz.

Das Facelifting dürfte insgesamt 28,8 Millionen Franken kosten. Damit könnten zwischen 131 und 144 in die Jahre gekommene Wartehallen ersetzt oder neu gebaut werden. Wenn es nach der Kommission geht, soll künftig jede Haltestelle, an der pro Tag mehr als 200 Personen einsteigen, über einen Parapluie verfügen – die Regierung will die Untergrenze bei 300 Einsteigern ziehen. Dazu kommen neue Fahrgastinformationen und Sitzbänke. Bis 2028 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Aktuell ist nur die Hälfte der BVB-Haltestellen mit einer Überdachung ausgestattet. Damit liege man klar hinter dem Schweizer ÖV-Standard, so die BVB. Auch bei Kundenbefragungen würden die Haltestellen regelmässig bemängelt werden. Künftig verbleiben nur noch etwa 40 Haltestellen ohne Wartehalle. An diesen wird als Minimalausstattung eine Sitzbank aufgestellt.

Solarzellen, aber keine Bepflanzung

Zusätzlich hat die links dominierte Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission noch einen Pilotversuch eingebaut: An einer Wartehalle soll an den Glasflächen Fotovoltaik angebracht werden. Die rund 42'000 Franken, auf die der Versuch geschätzt wird, sollen aber im Rahmen des beantragten Budgets finanziert werden können. Verzichtet hat die Kommission dagegen auf die Forderung, die Haltestellendächer zu bepflanzen. Der Grund: Die Parapluie-Konstruktion könnte das Gewicht von Kies und Erde nicht tragen. Dagegen soll bei allen Haltestellen mit Sonderkonstruktionen – etwa bei der St.-Jakobs-Strasse – eine Dachbegrünung umgesetzt werden.

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