Bundesgericht
Ärztefehler am Basler Unispital? Ein Mann verliert seine Frau und sucht nach Schuldigen

Das Universitätsspital Basel soll eine Frau falsch behandelt haben. Nur gibt es dazu keine Belege – was nun auch das Bundesgericht bestätigt.

Christian Mensch
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Das Universitätsspital Basel konnte die Frau nicht retten, die nach einem Sturz und seinen Komplikationen auf die Notfallstation eingeliefert wurde.

Das Universitätsspital Basel konnte die Frau nicht retten, die nach einem Sturz und seinen Komplikationen auf die Notfallstation eingeliefert wurde.

Nicole Nars-Zimmer

Der Tag im Januar 2014 verlief traumatisch. In den frühen Morgenstunden stürzte die Frau, der Mann alarmierte die Ambulanz. Um 5.20 Uhr erfolgte die Notaufnahme. Ihr Gesamtzustand verschlechterte sich, um 14 Uhr wurde sie auf die Intensivstation verlegt. Die Sauerstoffwerte sanken. Um 21.40 Uhr wurde eine Intubation beschlossen, sie gestaltete sich jedoch schwierig. Der Kreislauf brach zusammen. Erst um 22.30 Uhr war sie stabilisiert. Doch die Frau hatte eine schwere Gehirnschädigung und verblieb im Wachkoma. Sie verstarb zwanzig Monate später.

Nun hat das Bundesgericht letztinstanzlich dem Mann erklärt, was ihm schwer fällt zu akzeptieren: Den Ärzten im Universitätsspital Basel (USB) sind keine Vorwürfe zu machen.

Schon bald nach dem Vorfall wollte der Mann für sich und seine Frau vom USB und dessen Haftpflichtversicherung eine Entschädigung von drei Millionen Franken. Der Beistand der Frau ergänzte die Forderung um eine weitere Million. Die Versicherung lehnte eine Haftung ab.

Von der Millionenentschädigung zur 60'000-Franken-Genugtuung

Für den Weg durch die Gerichtsinstanzen forderte er lediglich noch eine Genugtuung über 60'000 Franken. Gemeinsam mit dem Spital wurde ein unabhängiger Gutachter bestellt. Doch als dieser keine Ärztefehler feststellte, konnte sich der Mann dies nur dadurch erklären, dass wohl die Unabhängigkeit des Gutachters nicht gegeben gewesen sei. Doch auch dafür fanden sich keine Belege.

Die Urteile des Basler Appellationsgerichts und des Bundesgerichts sind verhältnismässig umfangreich ausgefallen. So, als ginge es nicht nur darum, die rechtlichen Dimensionen auszuleuchten, sondern auch zu erläutern, dass auch eine hochgezüchtete Medizin keine Heils­garantie verspricht.

Ob der Mann mit dem Urteil des Bundesgerichts abschliessen kann, ist nicht bekannt. Was ihm sicher bleibt, sind hohe Anwalts- und Gerichtskosten.

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