Sechseläuten
«Bringsch überhaupt e Ton uuse?» – so ist der Basler Gastauftritt in Zürich

Das ganze Wochenende bespielt Basel-Stadt den Zürcher Lindenhof unter dem Motto «Basler Hochkultur und Alltagskunst». Der Topseller ist und bleibt: Die Fasnacht. Ein Augenschein.

Andreas Schwald
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Bemalen einer Fastnachtslaterne.
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Bemalen einer Fastnachtslaterne.
Bemalen einer Fastnachtslaterne.
Basler Läckerli - was sonst?!
Basel auf dem Lindenhof.
Basel auf dem Lindenhof.
Ochs am Spiess...
Basel auf dem Lindenhof.
Basel auf dem Lindenhof (der Samstag)
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Dieser präsentiert sich auf dem Lindenhof. Demonstration der Druckkunst.
Auch Gäste war möglich.
Japanische Touristinnen machen Selfie mit Unser Bier.
Fasnacht ausprobieren im Fasnachtszelt.
Fasnacht ausprobieren im Fasnachtszelt.
Verloren gehen in der Virtual Reality.
Verloren gehen in der Virtual Reality.
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Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Dieser präsentiert sich auf dem Lindenhof. Demonstration der Druckkunst.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Dieser präsentiert sich auf dem Lindenhof. Demonstration der Druckkunst.

Bemalen einer Fastnachtslaterne.

Roland Schmid

Im Fasnachtszelt auf dem Lindenhof wird fleissig gepfiffen. Die jungen Zürcherinnen – es sind vorwiegend Mädchen – üben sich am Piccolospiel, also an der hohen Basler Fasnachtskunst. Denn mit Schlegeln ein Trommelböcklein zu bearbeiten, das schafft man bald. Doch Griffe und noch schlimmer der Ansatz: Ein Klassiker. Schaffst du es, einen Ton aus der Flöte zu bekommen? Die Mädchen mühen sich ab.

Denn es ist die Fasnacht, die das kulturelle Bild von Basel nach wie vor prägt. Die den nötigen Wiedererkennungseffekt bietet. Der Gastauftritt Basels am Sechseläuten dauert noch übers Wochenende bis am Montag, wenn der Böögg verbrannt wird. Hier auf dem Lindenhof präsentiert sich der Kanton.

Ein kleines Volksfest

Ein bisschen ist es wie an einer Gewerbeschau. Plakatwände und Boxen überall, ein bisschen auch wie an einem kleinen Volksfest, denn überall gut besuchte Festgarnituren. Und nicht nur das Fasnachtszelt, auch die Infobox zur Fasnacht erfreut sich an diesem Samstag eines ordentlichen Andrangs.

Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Basel präsentiert sich auf dem Lindenhof
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Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Der Weg und das Ziel.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Blochers Basler Läckerli kennt jeder.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Volle Festbänke auf dem Lindenhof.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Bei Durst: Touristen geniessen Zürich mit Basler Bier.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Bei Hunger: Basler Bebbi am Spiess.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Demonstration der Druckkunst.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Bemalen einer Fastnachtslaterne. Die Fasnacht ist und bleibt typisch für Basel.
Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Fasnacht ausprobieren im Fasnachtszelt. Wer kriegt einen Ton raus?

Am diesjährigen Sächsilüüte ist Basel-Stadt Gastkanton. Basel präsentiert sich auf dem Lindenhof

Roland Schmid

Und natürlich der Laternenmaler. In einem eigens eingerichteten Zelt steht Christoph Knöll und bemalt versiert die ursprünglich weisse Laterne, die dereinst ein Zürcher Regierungsdepartement schmücken wird. Besonders viel spricht er nicht, denn Auskunft gibt nicht der Künstler selbst: «Sonst würde die Laterne nie fertig», heisst es vor dem Stand. Drei Tage für vier Wände, das ist ziemlich wenig Zeit. Die Zürcher stehen gebannt vor der Lampe, wie der Basler sagt.

Harte Arbeit mit dem Druck

Der Altersschnitt auf dem Lindenhof ist etwas höher, es herrscht Kommen und Gehen, vor allem Familien und ältere Menschen besuchen die Ausstellung. Und Touristen. Viele Touristen. Dazwischen immer wieder Auftritte der Basler Musiker, unter anderem der Jazz-Schule Basel: man sitzt und lauscht. Die Garnituren im Innern halbwegs gut besetzt, es ist einfach zu warm draussen, zu schön das Wetter.

Der Nachbau der Guttenberg-Presse: Daran freuen sich vor allem die Kinder. «Na, da weisst du abends, was du tagsüber gemacht hast», kommentiert ein Vater die Arbeit des Druckers, der die Presse mit Körperkraft bedient. Und dann das Faszinosum des Virtual-Reality-Standes der Uni Basel: Hier stehen sie Schlange, obwohl der Stand eigentlich leer ist. Das eigentliche Spektakel, also der Gang durch den menschlichen Körper, findet erst statt, wenn man diese eine VR-Brille aufsetzt.

Einfach mal konsumieren

Unterwegs sehr wenig Sprüche über Basel oder Zürich. Man kommt und konsumiert. Dafür ist die Ausstellung ja da. Am Samstag ist das Sechseläuten eine beschauliche Sache, eine familiäre Angelegenheit, eine kleine Oase auf dem hübschen Hof, der das Zürcher Niederdorf überblickt. Hier oben gehört im Moment alles dem Gastkanton.

Ueli-Bier und Unser Bier fliessen in Mengen. Und dazu ein bisschen Beschallung aus Basel. Es bleibt dabei: Die Fasnacht ist der Exportschlager der Stadt am Rheinknie. Der Rest ist für die Zürcher und deren Touristen eine unterhaltsame Entdeckungsreise. Die Basler Hochkultur und die Alltagskunst: Sie kommen gut an, mit Bratwurst in der Hand und einem Bier in der andern.