Kasernenareal

Begehung der Kasernen-Baustelle: «Jetzt kommt der Wow-Moment»

Wo geht es hier zum Rhein? Zwischen Klingentalkirche und Kaserne-Kopfbau gähnt ein riesiges Loch.

Wo geht es hier zum Rhein? Zwischen Klingentalkirche und Kaserne-Kopfbau gähnt ein riesiges Loch.

Noch versperren Baugitter die Sicht, aber der Umbau der Kaserne zum Kulturzentrum ist auf gutem Weg. Es fehlen nur noch die Betreiber.

«Jetzt kommt der Wow-­Mo­ment», kündigt Architekt Miquel del Río Sanín an. Das Grüppchen Medienschaffender stolpert in Sicherheitsschuhen und Leuchtwesten durch die Baustelle und sieht:  Armierungseisen, eine ­halbe Treppe, viele Löcher. Wobei Letztere entscheidend sind für die laufende Sanierung des Kaserne-Kopfbaus: Stand hier einst Wand an Wand, schaffen neue Öffnungen Sichtachsen und Durchgänge zwischen Rheinpromenade und Kasernenplatz. Und tatsächlich: Wer mit den beengten Verhältnissen des alten Gebäudes vertraut war, lässt sich von der luftigen – und zugigen – Anmutung begeistern. «Gehen Sie nur vor», sagt Katrin Grögel, Co-Leiterin Abteilung Kultur. «Ich habe die Baustelle schon oft gesehen. Aber es ist immer wieder verblüffend.»

Betreiberorganisation für neue Räume gesucht

Umgebaut wird seit August 2018, die Eröffnung ist für Herbst 2021 geplant. Bis dann soll auch klar sein, wie die 3133 Quadratmeter genutzt werden, die der Kreativwirtschaft dann als multifunktionale Büro- und Projekträume zur Verfügung stehen. Dazu findet Ende ­April eine öffentliche Ausschreibung statt (www.simap.ch). Gesucht wird eine geeignete Betreiberorganisation, die für den Stadtkanton kulturellen Mehrwert schaffen soll.

Plan der Mietflächen im Hauptbau der Kaserne Basel

Mietflächen Kaserne Hauptbau

Plan der Mietflächen im Hauptbau der Kaserne Basel

«Der Kanton wird sich Schritt für Schritt aus der Entwicklung zurückziehen», erläutert Stadtentwickler Lukas Ott, der die Medien gemeinsam mit Grögel informiert. Ziel für den Betrieb des Hauptbaus (ohne die Gastrobetriebe) sei eine schwarze Null, die ohne Subventionierung erreicht werden soll. Und was die erwähnten und ebenfalls im Kopfbau einquartierten Gastrobetriebe betrifft, so kann Ott derzeit nicht viel mehr verraten, als dass 13 Bewerbungen eingetroffen seien und man noch diesen Monat über die Gewinner informieren werde.

Auch für die jetzt gesuchte Betreiberorganisation gilt das «kompetitive Element», wie Ott sagt: Wer hat das beste Geschäftsmodell, das beste Rahmenkonzept? Denn entscheidend für den Zuschlag ist nicht nur ein gemäss Kriterienkatalog attraktiver Nutzungsmix, der sich aus der Vermietung und Koordination der Programmgestaltung ergibt. Die Betreiber sollen sich darüber ­hinaus um die unterschiedlichsten Anliegen kümmern.

Anlaufstelle für Mietparteien

Zum «One-Shop-Stop»-Prinzip gehört laut Katrin Grögel eine Anlaufstelle für alle Mietparteien ebenso wie die Wartung der ­Infrastruktur auf dem gesamten Kasernenareal. «Wir reden hier von verstopften Toiletten und kaputtem Licht», erklärt Grögel das angestrebte integrale Angebot. «Das ist vielleicht nicht aufregend, aber wesentlich.»

Nach jahrzehntelangen Debatten um die Zukunft der militärischen Anlage gehe es jetzt darum, die Kaserne als «neuen Brennpunkt» des kulturellen Lebens zu positionieren, so Grögel: offen, zeitgenössisch, «im Quartier verankert, aber mit überregionaler Ausstrahlung».

Der Fahrplan für die nächsten Schritte steht: Bis Juli 2020 soll die Bewerbungseingabe für die Betreiberorganisation abgeschlossen sein. Im Herbst folgt der Vergabeentscheid, worauf sich Mietende und Veranstaltende für die Räumlichkeiten bewerben können. Zuvor aber wird  ein öffentlicher Anlass für die Bevölkerung stattfinden, der über alle laufenden Bauprojekte informiert.

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