Bau- und Planungsgesetz
Architekten kritisieren den Kanton

Die Revision des Bau- und Planungsgesetzes in Basel-Stadt stösst auf Widerstand: Dem Bund Schweizer Architekten geht sie zu wenig weit.

Patrick Marcolli
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Die Überbauung von Innenhöfen erschweren oder erleichtern? Darüber scheiden sich die Geister.

Die Überbauung von Innenhöfen erschweren oder erleichtern? Darüber scheiden sich die Geister.

Kenneth Nars

Der Bund Schweizer Architekten (BSA), Ortsgruppe Basel, übt Kritik an der geplanten Änderung des kantonalen Bau- und Planungsgesetzes. Die Vernehmlassungsantwort des renommierten Verbands, welche der bz vorliegt, anerkennt zwar das Ziel der Behörden, die Stadt nach den Prinzipien der inneren Verdichtung und der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Die Architekten möchten aber deutlich weiter gehen als der Kanton.

So sollen laut der angedachten Gesetzesrevision beispielsweise neue Bebauungen von Innenhöfen in Fläche und Höhe deutlich eingeschränkt werden. «Durch die vorgeschlagenen, weitreichenden Einschränkungen werden bestehende grössere Hofbebauungen zwangsläufig erhalten und können nicht sinnvoll ersetzt werden», kritisiert der BSA in seiner Stellungnahme.

Auch dass der Kanton anstelle der Hofüberbauungen die Regelungen zum Lichteinfallswinkel der Blockränder lockern möchte, geht dem BSA zu wenig weit. «Das Zonenprofil und alles, was innerhalb diesem möglich ist, sollte im Zuge einer Liberalisierung immer zugelassen werden und die Beschränkungen durch den Lichteinfallswinkel und die Freifläche aufgehoben werden.» Der Lichteinfallswinkel solle generell von 45 auf 60 Grad angehoben werden. «Dies würde eine sinnvolle Bebauung ausserhalb des Blockrandprofils ermöglichen.»

Keine innere Verdichtung dafür vergrösserte Wohneinheiten

Fazit des BSA: «Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen tragen kaum oder nur unzureichend zur gewünschten inneren Verdichtung bei.» Sie führten nicht zu einer Vermehrung des Wohnraums, «sondern bestenfalls zu einer Vergrösserung der bestehenden Wohneinheiten».