Restaurants
Basler Kantonslabor: 14 Prozent der geprüften Restaurants unsauber

In der Mehrheit der Verpflegungsbetriebe des Kantons Basel-Stadt gibt es bezüglich Lebensmittelsicherheit keine grossen Probleme. 14 Prozent der letztes Jahr kontrollierten Betriebe erfüllten aber Hygienevorschriften nicht.

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Welcher Koch arbeitet wie sauber? Hygiene-Kontrollberichte geben Aufschluss darüber (Symbolbild)

Welcher Koch arbeitet wie sauber? Hygiene-Kontrollberichte geben Aufschluss darüber (Symbolbild)

Keystone

Das kantonale Lebensmittelinspektorat wertet diese Quote aus 1353 Inspektionen und Kontrollen als zufriedenstellend. Wegen mangelnder Hygiene wurde 2012 im Stadtkanton ein Restaurant geschlossen, wie Kantonschemiker Philipp Hübner am Dienstag vor den Medien sagte. Für elf weitere Betriebe wurde die Schliessung einzelner Bereiche wie etwa der Küche verfügt.

Risikobetriebe im Visier

Unter die Lupe genommen werden vorab gezielt jene Betriebe, die bei früheren Kontrollen negativ aufgefallen waren. Diese "risikobasierten" Kontrollen zeigen Wirkung. Inzwischen genügen 92 Prozent der 2657 Verpflegungsbetriebe - neben Restaurants, Kantinen oder Spitälern zählen dazu auch Bäckereien oder Metzgereien - den lebensmittelrechtlichen Anforderungen. Acht Prozent sind dagegen ungenügend.

Ein hohes Gesundheitsrisiko sieht das Lebensmittelinspektorat allerdings nur gerade bei einem Prozent der Betriebe. Und auch das bedeutet nicht, dass die Einkehr in einem solchen Lokal wirklich gefährlich ist: "Ich gehe ohne Bedenken in jeden Betrieb in der Schweiz", sagte Kantonschemiker Hübner.

Für Zwang zur Deklaration

Um den stabilen Anteil an Verpflegungsbetrieben mit ungenügender Hygiene senken zu können, plädiert Anne Lévy, die Leiterin des Bereichs Gesundheitsschutz im Basler Gesundheitsdepartement, für die landesweite Einführung des "aktiven Öffentlichkeitsprinzips": Alle Verpflegungsbetriebe sollen verpflichtet werden, die Resultate der Inspektionen klar sichtbar zu zeigen.

In andern Ländern habe diese Massnahme zu deutlich besserer Hygiene, weniger Beanstandungen und mehr Konsumentenvertrauen geführt, sagte Lévy. In der Schweiz unterliegen die Behörden indes der Schweigepflicht. Sie dürfen die Ergebnisse ihrer Kontrollen in den Restaurants nicht öffentlich zugänglich machen.

Allerdings wird eine Praxisänderung derzeit mit dem neuen Gesetz für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände auf nationaler Ebene beraten. Nach Kritik in der Vernehmlassung ist der Bundesrat aber vom aktiven zum passiven Öffentlichkeitsprinzip umgeschwenkt. Mit diesem müssten Betriebe Inspektionsresultate nur auf Nachfrage zur Verfügung stellen.

Das neue Gesetz liegt derzeit bei der Kommission für Gesundheit und soziale Sicherheit. Falls das aktive Öffentlichkeitsprinzip nicht eingeführt wird, steht für den Stadtkanton auch eine freiwillige Deklaration zur Diskussion, wie sie etwa Zug kennt. Allerdings würde Basel-Stadt eine landesweit geltende Regelung vorziehen.

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