Basel Tattoo
Basel Tatto verteilt Gratis-Eintritte an die Anwohner der Kaserne

Die Veranstalter des Basel Tattoos laden die Anwohner der Kaserne zur Hauptprobe ein. Dies als Dank für die Gastfreundschaft, die das Quartier dem Militärfestival entgegen bringt. Der Streit um den Veranstaltungsort sorgte lange für rote Köpfe.

Mélanie Honegger
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Erik Julliard meint es ernst mit seinem Basel Tattoo. Zusammen mit geschätzten fünfzehn Mitarbeitern war der Tattoo-Chef heute im Kleinbasel unterwegs und warf Prospekte in Anwohnerbriefkästen. «Das ist eine sehr wichtige Aktion», schärft er seinen Arbeitskräften vor dem Rundgang nochmals ein, «nicht einfach ein Gag.»

Ein Gag ist der Rundgang wahrhaftig nicht, vielmehr eine Werbeaktion im grossen Stil. In Zweiergruppen schwärmen die Tattoo-Freunde aus und erkunden jedes Gässlein im Umfeld der Kaserne. «So kommen wir an sechs- bis siebentausend Leute», erklärt Julliard seine Strategie.

Kostenloser Probebesuch

Mit der definitiven Zusage für das diesjährige Basel Tattoo vor ungefähr zwei Wochen konnten die Tattoo-Befürworter einen entscheidenden Erfolg feiern. Dementsprechend gut gelaunt läuft Julliard über den Claraplatz, nimmt gerne ein Gratisgetränk von Starbucks entgegen und schlendert zufrieden durch die Gegend. Während seine Assistentin konzentriert die Adressliste durchliest, sucht der Veranstaltungsleiter den Kontakt zu den Anwohnern.

Befinden sich die Briefkästen im Hausinnern, klingelt er ungeniert bei jeder Wohnung, bis ihm jemand öffnet. Julliards Konfrontationstaktik scheint aufzugehen: Die Anwohner, die ihm die Türe öffnen, sind dem Basel Tattoo positiv gestimmt und freuen sich, den Leiter des Anlasses kennen zu lernen. Dieser kann mit kleinen Geschenken aufwarten: Mit einem Prospekt können ganze vier Personen kostenlos eine Hauptprobe besuchen.

Quartierverein wehrt sich

Im Vorfeld wehrte sich der Quartierverein «Heb Sorg zum Glaibasel» vehement gegen die Veranstaltung. Sie wollten nicht, dass das Tattoo auf dem Kasernenareal stattfindet, da die Veranstaltung einen Teil des Rasen besetzt, der nach Meinung des Vereins für die Allgemeinheit frei bleiben müsse.

Der Streit dauerte mehrere Wochen. Bis vor die Baurekurskommission zog der Verein seine Beschwerde. Dort blitzte er jedoch ab.

Trotz der vergangenen Forderungen des Anwohnerkomitees «Heb Sorg zum Glaibasel» empfindet Julliard seine Aktion nicht als provokativ. «Information ist doch immer wichtig», sagt er und fügt grinsend an: «Gerade in diesem Jahr ist es vielleicht gut, persönlich bei den Leuten vorbeizugehen.»

«Unvergessliche Tage»

Diese werden über die Post wohl nicht geschlossen erfreut sein, auch wenn im Prospekt steht: «Wir freuen uns, auch in diesem Jahr Gast im Kleinbasel sein zu dürfen und sehen unvergesslichen Tagen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ihnen entgegen.» Unvergesslich wird die Zeit für die Anwohner aber auf jeden Fall werden - sei es als Tattoo-Liebhaber oder als genervter Anwohner.

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