Gegen Rassismus
Basel-Stadt setzt ein Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus

Wir stolpern tagtäglich über Vorurteile. Heute am internationalen Tag gegen Rassismus soll die Basler Bevölkerung dank verschiedenen Aktionen auf diese aufmerksam gemacht werden. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Regierungsratspräsident Guy Morin.

Simon Michel
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Wieso ist ausgerechnet der 21. März der internationale Tag gegen Rassismus? Regierungsratspräsident Morin erklärt: «Am 21. März 1960 wurden in einem Township in Südafrika 70 Schwarze getötet. Und zwar von Polizisten. Sieben Jahre später erklärte die UNO diesen Tag als internationalen Tag gegen Rassismus.»

Begrüssungsrede von Regierungspräsident Guy Morin
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Begrüssungsrede von Regierungspräsident Guy Morin

bz

In Basel wird diesem Tag mit einer Aktion auf dem Marktplatz gedacht. Organisiert wurde dieser von der Fachstelle «Diversität und Integration» gemeinsam mit «imagine». Nach der Begrüssungsansprache von Guy Morin äussert sich auch Bürgerrat Stefan Kaiser und Grossrätin Brigitta Gerber zum Thema. Alle sind sich einig: Das Thema Rassismus ist noch lange nicht vom Tisch, Basels Einwohnerinnen und Einwohner sollen darauf sensibilisert werden.

Einfalt? Vielfalt!

Eine einseitige Betrachtungsweise fördert laut Morin fremdenfeindliche Stimmungen. Deshalb auch das Motto «Einfalt? Vielfalt!», unter dem die Kundgebung bis in den späten Nachmittag andauerte.

Nach der Ansprache Morins betrieb die Fachstelle «Diversität und Integration» zusammen mit «Terres des homme Schweiz» einen Info-Stand, wo man mit Fachleuten ins Gespräch kommen und sich mit diversen Info-Materialien eindecken konnte.

Konfrontation mit eigener Betrachtungsweise

Während die Aktion immer mehr Menschen anlockte, stolperte auf einmal ein junger Mann mitten auf dem Marktplatz. Der Inhalt seiner Einkaufstasche verteilt sich auf dem Pflasterstein. Seine Begleiterin schimpft in lautem Ton, er werde so niemals einen Job finden.

Man hält kurz inne. Was ist da gerade passiert?

Dann nähert sich wieder das gleiche Paar; aus der gleichen Richtung. Diesmal sind jedoch die Rollen vertauscht und der jungen Frau passiert das Missgeschick. Ihr Begleiter spricht vehement in einer ausländischen Sprache und verlässt ohne zu helfen den Ort.

Diese Szenen sind nicht zufällig passiert, sondern hat sich ein Strassentheater eigens für den Aktionstag ausgedacht. Sie wollten die Bevölkerung mit dem latenten Thema Rassismus direkt konfrontieren, sie zum Nachdenken bringen.

Die gleiche Situation mit zwei verschiedenen Rollen-Besetzungen. Wer hat sich alles bei der Bildung einer einfältigen Meinung ertappt?

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