slowUp
Ärger beim Joggeli: Autofahrer wurden vom slowUp ausgebremst

Endlich freie Bahn auf der Strasse. Die Teilnehmer waren sich einig: Der slowUp vom Sonntag war ein grossartiger Anlass. Nicht ganz so euphorisch erlebten die Autofahrer den Tag.

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Velofahrer so weit das Auge reicht bevölkerten die slowUp-Strecke wie hier auf der Wettsteinbrücke

Velofahrer so weit das Auge reicht bevölkerten die slowUp-Strecke wie hier auf der Wettsteinbrücke

Politiker, Berichterstatter und Teilnehmer sind sich offenbar einig: Der slowUp im Dreiland vom Sonntag war ein grossartiger Anlass, der Gelegenheit bot, mit Fahrrad, Trottinett oder auf Rollerblades über Strassen zu fahren, auf denen sonst die Autos den Ton angeben.

Nicht ganz so euphorisch dürften das die Automobilisten gesehen haben. Besonders jene nicht, die nichts vom slowUp wussten und nach Basel hinein fuhren.

Stau an der Ausfahrt

Wer die Autobahn an der Ausfahrt Basel-City/St. Jakob verliess, stand im Stau. Das lag daran, dass die Automobilisten erst auf der Höhe der Bahnhofspost merkten, dass die Strasse zum Bahnhof gesperrt war, weil davor eine Signalisation fehlte.

Die am Bahnhof signalisierte Umleitung führte dann ins Gundeli, allerdings war auch dort nirgends erwähnt, dass man nicht über die Margarethenbrücke zurück nach Basel-West fahren konnte.

Dieser Rückstau legte die Meret-Oppenheimer-Strasse lahm. Originell war auch, dass, wer aus Richtung Aeschenplatz ins Gellert fuhr, plötzlich ein Schild passierte, auf dem «Spalentor/Grossbasel-West» prangte.

Beide Ziele liegen genau in der Gegenrichtung. Hier war für Ortsunkundige wohl eine kleine Stadt-Rundfahrt über die Autobahn vorgesehen.

Kritik des Touring-Clubs

TCS-Präsident Christophe Haller gibt sich diplomatisch, meldet aber dennoch Kritik an: «Ich meinte, die Route war nicht gut gewählt. Dass man die Nauenstrasse, eine der Hauptverkehrsadern Basels teilweise stilllegt, damit man mit dem Trottinett durch den Tunnel fahren kann, war nicht sehr geschickt.»

Haller, der selbst am Sonntag mit dem Auto unterwegs war, befürchtet einen Imageschaden für den slowUp: «Eine an und für sich gute Veranstaltung wird so durch fehlerhafte Planung und mangelhafte Verkehrsführung negativ behaftet. Damit stellt man schliesslich die gesamte Veranstaltung infrage.»

Polizei nimmt Stau gelassen

Der Sprecher der Kantonspolizei Klaus Mannhart macht keinen Hehl daraus, dass der Verkehr nicht eben rund lief: «Selbstverständlich hat es gestaut. Aber 65 000 Leute haben die Strassen genützt, die sonst dem Verkehr zur Verfügung stehen.»

Mannhart plädiert für Verständnis bei den Autofahrern, es handle sich ja nur um ein paar Stunden: «Die Teilnehmer des slowUp haben die Strassen einen Tag lang zur Verfügung und breiten sich entsprechend aus.»

Die Polizei habe bereits lange vor dem slowUp auf die möglichen Verkehrsbehinderungen aufmerksam gemacht. Die Verkehrsführung im Einzelnen werde jedes Jahr geprüft.

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