Basler Gesundheitsdirektor
Alles nur eine Verwechslung: Lukas Engelberger war seit Schliessungen nie in einem Restaurant

Lukas Engelberger hat vor über zwei Wochen die Beizen-Schliessung in Basel-Stadt veranlasst. Gemäss einem Artikel in der «Weltwoche» soll der Gesundheitsdirektor nun Restaurants in den Nachbarkantonen besucht haben. Bei der ganzen Geschichte handelt es sich allerdings um eine grobe Verwechslung.

Christian Mensch
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Peter Schneider

Es ist davon auszugehen, dass der ehemalige SVP-Vordenker und aktuelle «Weltwoche»-Journalist Christoph Mörgeli bis vor einigen Wochen keine Ahnung hatte, wer Lukas Engelberger ist. Selbst in Basel war dem CVP-Gesundheitsdirektor weitgehende Anonymität gewährt, wenn er durch die Strassen ging. Auch das Präsidium der Gesundheitsdirektorenkonferenz allein hätte ihm keine Prominenz gebracht, hätte ihm da Covid-19 nicht nationale Medienpräsenz beschert.

Mörgeli dürfte zwar auch jetzt noch nicht genau wissen, wer Engelberger ist. Doch als ihm offenkundig jemand erzählte, dieser Newcomer habe in Basel Beizenschliessungen veranlasst, verköstige sich aber selbst in den Nachbarkantonen, war ihm kein Halten mehr. Das moralische Gefälle des wasserpredigenden Weintrinkers war zu verlockend, um zu widerstehen. So publizierte er seine Entrüstung auf dem Onlineportal der «Weltwoche».

Engelberger bleibt seiner Linie auch privat treu

Da selbst minimale Recherche mancher Geschichte Tod ist, unterliess es Mörgeli nachzufragen, ob denn auch stimme, was er gehört habe. Engelberger hätte ihm gesagt, was er nun nach der Publikation per Medienmitteilung allen sagt: Seit der Beizen-Schliessung im eigenen Kanton sei er in keinem Restaurant mehr essen gegangen – in keinem Kanton. Die Denunzianten haben sich wohl geirrt. Von der «Weltwoche» mag sich niemand äussern. Es ist auch zu peinlich, selbst jetzt den echten Engelberger nicht zu erkennen.

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