Bahnhof SBB
Central Park noch immer Thema: Landschaftsarchitekt schreibt offenen Brief

Vor acht Jahren stimmte das Basler Stimmvolk gegen den Park über den Gleisbetten. Für Donald Jacob ist die Diskussion noch nicht abgeschlossen.

Elodie Kolb
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Eine grosse Brücke soll die Passerelle entlasten und ein Park das Areal aufwerten.

Eine grosse Brücke soll die Passerelle entlasten und ein Park das Areal aufwerten.

Bild: zvg/Donald Jacob/ BLZ

Zwischen der Margarethenbrücke und der Passerelle des Bahnhof SBB erstreckt sich eine grosse Grasfläche und verdeckt die Gleisbetten darunter. Eine breite Brücke neben der überdachten Passerelle verbindet derweil den Meret-Oppenheim-Platz und den Centralbahnplatz. Dieser Vision von Städteplaner und Landschaftsarchitekt Donald Jacob erteilte die Basler Stimmbevölkerung vor acht Jahren mit rund 60 Prozent Nein-Stimmen eine Abfuhr. Das jahrelang diskutierte Projekt ist damit auch grösstenteils aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden. Für Jacob ist die Debatte um eine Aufwertung des Areals damit aber noch nicht abgeschlossen.

Er hat so einen offenen Brief an die Regierung, das Parlament und die Basler Bevölkerung geschrieben, in dem er die Idee noch einmal aufwirft. «Der Bahnhof ist zentral und wird intensiv benutzt. Aus diesem Grund ist er städtebaulich in vieler Hinsicht einer der wichtigsten Orte im öffentlichen Raum Basel. Es lohnt sich also, genauer hinzusehen», schreibt er im Brief. Er wünsche der Regierung «Mut, das jahrelang Versäumte jetzt anzugehen».

Für Bau- und Verkehrsdepartement kein Thema

Dass die Passerelle zu klein für den Pendlerverkehr ist, darüber sind sich der Kanton und Jacob einig. Im vergangenen Jahr öffneten die SBB deshalb die alte Unterführung. Gleichzeitig ist eine provisorische Passerelle angedacht, die bis 2024 zwischen der jetzigen Passerelle und der Margarethenbrücke entstehen soll. Die grosse unterirdische Querung könne wiederum erst gegen 2035 fertiggestellt werden, da noch nicht klar sei, wie das Herzstück integriert werden soll.

Wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) auf Anfrage schreibt, hat Vorsteherin Esther Keller den Brief von Jacob erhalten und beantwortet. Mediensprecherin Melanie Honegger schreibt, das die Umsetzung des Projekts für das BVD nach dem Volks-Nein nicht zur Debatte stehe. «Mit dem Entscheid, dass es einen Tiefbahnhof braucht, ist auch direkt ein Entscheid für eine Personenunterführung getroffen worden.» Mit der Erschliessung der Margarethenbrücke mache es für das BVD zudem keinen Sinn, das gesamte Bahnareal zu überdecken.

Jacob wendet ein: «Es wäre demokratisch aufschlussreich zu erfahren, was die Bevölkerung abstimmen würde, wenn sie die Wahl hätte zwischen der geplanten provisorischen Passerelle und dem Central Park.»

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