Pandemie

Ab heute gilt die Maskenpflicht im ÖV – aber wer kontrolliert das eigentlich?

An dieses Bild wird man sich gewöhnen müssen: Das Maskentragen im ÖV ist ab heute Pflicht.

An dieses Bild wird man sich gewöhnen müssen: Das Maskentragen im ÖV ist ab heute Pflicht.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt ab Montag. Die regionalen ÖV-Unternehmen werden allerdings kaum kontrollieren können, ob die Pflicht eingehalten wird.

Ab Montag sieht man im öffentlichen Verkehr nur noch die obere Gesichtshälfte der Fahrgäste. Alle Personen über zwölf Jahren müssen eine Maske tragen, so hat es der Bundesrat vergangene Woche entschieden. Bis vor Kurzem war die Bereitschaft der ÖV-Nutzer für die Gesichtsbedeckung allerdings gering, auch wenn die Verkehrsbetriebe schon länger dazu aufrufen. Noch Ende vergangene Woche – bereits nach der Ankündigung des Bundesrats – sah man im ÖV in der Region Basel nur vereinzelt Personen mit einem Mundschutz. Nun ist er Pflicht.

Eintrittskontrollen wird es keine geben

Stellt sich die Frage, was passiert, wenn man die Schutzmaske einmal vergessen hat. Wird man dann aus dem Tram geworfen? Oder wird gar eine Busse fällig? Und wer kontrolliert überhaupt, dass man die Maske trägt? Ein strenges Kontrollregime ist in den beiden Basel nicht zu erwarten. «Unsere Chauffeure können das nicht überprüfen, sie müssen sich voll und ganz auf die Fahrt konzentrieren», sagt Roman Stingelin, Geschäftsführer der Autobus AG Liestal. Falls jemand keine Maske trägt, wird er von den Billettkontrolleuren darauf aufmerksam gemacht: «Sie werfen aber niemanden aus dem Bus und verteilen auch keine Bussen», sagt Stingelin. Muss man mit Eintrittskontrollen rechnen? «Nein», winkt Stingelin ab, «das ist nicht umsetzbar und würde gerade in den Stosszeiten zu Verspätungen führen.»

Ähnlich wollen es die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) handhaben. Auch sie werden kein zusätzliches Personal einsetzen, um Kontrollen durchzuführen, sagt BVB-Sprecherin Sonja Körkel. Wenn jemand ohne Maske im Fahrzeug sei, würden ihn die Kontrolleure freundlich darauf hinweisen. «Weigert sich ein Fahrgast, eine Maske zu tragen, kann er aufgefordert werden, dass Fahrzeug bei der nächsten Haltestelle zu verlassen.» Um Bussen zu verteilen, fehle die rechtliche Grundlage. Das Personal habe andere Aufgaben, als sich um die Durchsetzung der Maskenpflicht zu kümmern, sagt Körkel: «Wir versuchen Eskalationen zu vermeiden.»

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Die regionalen Verkehrsbetriebe gehen davon aus, dass sich die Menschen mehrheitlich an die neue Vorschrift halten werden. «Wir appellieren an die Eigenverantwortung und Solidarität der Verkehrsteilnehmer», sagt Fredi Schödler von der Baselland Transport AG (BLT). Auch dort gibt es keine speziellen Kontrollen. Auch die Autobus AG Liestal geht nicht von grossen Problemen aus und setzt auf die soziale Kontrolle. Stingelin kann sich vorstellen, dass Menschen ohne Maske bald komisch angeschaut würden.

Schals oder Tücher werden nicht akzeptiert

Seit einer Woche dürfen die Buschauffeure wieder Tickets in den Fahrzeugen verkaufen. Dabei müssen auch sie eine Maske tragen und sich danach die Hände desinfizieren. Anders sieht es während der Fahrt aus: Weil die Chauffeure beim Atmen behindert werden könnten oder etwa die Brille anlaufen kann, bleiben Mund und Nase frei. Gerade weil das Maskentragen während der Fahrt nicht zumutbar ist, bleibt die vorderste Sitzreihe in den Bussen nach wie vor gesperrt.

Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann, wird von der Pflicht befreit, heisst es in der Verordnung des Bundes. Der Rest der ÖV-Benutzer muss sich indes selbst um die Masken kümmern. Ein Schal oder Tuch wird dabei nicht akzeptiert. Die Verkehrsbetriebe in den beiden Basel werden grundsätzlich keine Masken zur Verfügung stellen. Die BVB haben heute aber zusammen mit dem Basler Gesundheitsdepartement eine Verteilaktion geplant. «Damit wollen wir unsere Fahrgäste auf die neue Pflicht aufmerksam machen», sagt BVB-Sprecherin Körkel.

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