Fiat

Erst auf den zweiten Blick verbessert

Fiat 500

Fiat 500

Der neue Fiat 500 ist keine komplette Neuentwicklung – im Test zeigte sich aber, dass Verbesserungen eingeflossen sind.

Natürlich wurde der neue 500er optisch auch überarbeitet. Die Karosserie allerdings ist dieselbe, wie bei der Einführung des Modells vor acht Jahren. Neue Leuchten rundum, dazu einige Kleinigkeiten in Chrom oder Wagenfarbe, das ist schon alles, was sich optisch getan hat. Wegen der geringfügigen optischen Veränderungen ist der Fiat 500 nach wie vor 357 cm kurz. Weil auch der Radstand unverändert blieb, bedeutet dies: Es gibt auch nicht mehr Platz im neuen Cinquecento. Andererseits wird das die Besitzer des bisherigen Modells freuen. Weil man schon genau schauen muss, was für ein 500er vor einem steht, werden die Preise für gebrauchte Fahrzeuge der ersten Generation nicht ins Bodenlose fallen.

Was aber bereits nach ein paar Metern mit dem kleinen Fiat auffällt: Das Auto ist deutlich komfortabler geworden. Im Test stand der Fiat 500 mit dem kleinen Twinair-Motor. 0,9 Liter verteilt auf zwei Zylinder, denen mittels Turbolader 105 PS entlockt werden. Bisher war diese Motorisierung nicht gerade für ihre Laufruhe berühmt, der kleine Motor schüttelte sich zuweilen heftig im Bug. Vor allem beim Starten war der Zweizylinder nicht gerade zimperlich, was Vibrationen anging. Das hat sich mit der neuen Modellgeneration deutlich gewandelt. Hält man den Turbomotor immer im optimalen Drehzahlbereich zwischen 1800 und 3000 Umdrehungen, ist fast nicht mehr zu spüren, dass unter der Haube nur zwei Zylinder arbeiten. Und auch wenn man die Drehzahl mal etwas tiefer abfallen lässt, rumpelt der Motor nicht mehr derart arg vor sich hin. Dasselbe Bild auch bei der Federung. Der Cinquecento rollt deutlich eleganter ab als seine Vorgänger. Insbesondere das Heck gibt Stösse nicht mehr an die Passagiere weiter. So wird der Fiat auch auf schlechten Strassen zum angenehmen Begleiter.

Fiat 500

Fiat 500

Drückt man die Sporttaste am Armaturenbrett, wandelt sich der Fiat von der Knutschkugel zum Spassmobil. Nur bei gedrückter Sporttaste stehen die vollen 105 PS zur Verfügung (sonst 98 PS) und die Gasannahme wird deutlich spontaner. Da geht der Italiener dann richtig schön zur Sache und dank der verbesserten Lenkung macht es Freude, den nur gerade 1005 kg (ECE) leichten Wagen zu dirigieren. Natürlich hat man bei Fiat auch die ganzen Infotainment- und Sicherheitssysteme überarbeitet. Insgesamt will man den Wagen in 1800 Punkten verbessert haben. Davon ausgenommen ist leider die Höhenverstellung der Sitze. Nach wie vor kippt das Sitzkissen einfach gegen hinten ab, Grossgewachsene finden sich so in einer etwas unnatürlichen Sitzposition wieder. Unverändert auch das Kofferraumvolumen des Viersitzers. Sind alle Sitzplätze belegt, passen nur 185 Liter in den Kofferraum, legt man die Rückenlehnen der Fondsitze ab, sind es immerhin 550 Liter.

Der Fiat 500 mit Twinair-Motor ist ab 15 790 Franken zu haben, unser Modell mit 105 PS ab rund 19 000 Franken. Das sind faire Preise für ein nach wie vor kultiges und mittlerweile sehr ausgereiftes Auto, das nach wie vor die Blicke auf sich zieht. Ausser den beiden Zweizylinder-Benzinern steht auch noch ein Vierzylinder zur Wahl. Den eher etwas langweiligen 1,2 Liter mit 69 PS gibt es ab 14 490 Franken. Bald einmal muss sich Fiat aber daran machen, einen echten, neuen Nachfolger des 500 zu entwickeln. Sicher keine leichte Aufgabe.

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