Erfolg hat viele Gesichter

Der Skoda Octavia ist das meistverkaufte Auto der Schweiz. Das liegt auch an seiner Vielseitigkeit, wie die neuesten Versionen zeigen.

Philipp Aeberli
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Skoda Octavia RS.

Skoda Octavia RS.

Bild: HO

Autokauf ist Geschmackssache. Es gibt natürlich viele rationale Gründe, die für die Wahl des passenden Modells von Bedeutung sind, schlussendlich aber entscheidet meist das Herz. Deswegen ist die sportliche «RS»-Version ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Skoda Octavia in der Schweiz. Rund jeder dritte hierzulande verkaufte Octavia trägt das sportliche Kürzel am Kühlergrill. Es ist also nur logisch, dass Skoda bereits kurz nach der Lancierung der neuen Octavia-Generation den «RS» nachreicht.

Erstmals ist der sportliche Tscheche nun in drei Motorvarianten zu haben: Wie bisher als Benziner mit Frontantrieb oder als Diesel mit Allradantrieb und neu auch als Plug-in-Hybrid mit Frontantrieb mit 245 PS.

Rund zwei Drittel aller Octavia RS wurden bis anhin als Diesel verkauft, was vor allem am Allradantrieb liegen dürfte. Auch in der neuen Generation ist der Antrieb im Diesel-RS identisch zum stärksten Selbstzünder im Standard-Octavia; der «RS» hebt sich lediglich durch angepasste Optik innen und aussen sowie ein sportlicher abgestimmtes Fahrwerk ab.

Wer die volle Portion Sportlichkeit im Familienkombi will, muss nach wie vor zum Benziner greifen. Der kombiniert den Antriebsstrang aus dem aktuellen VW Golf GTI mit der praktischen Kombi-Karosserie und bis zu 1700 Litern Ladevolumen.

Sportlich unterwegs

Mit 245 PS, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und mechanischer Differenzialsperre an der angetriebenen Vorderachse ist der neue Octavia RS bestens ausgerüstet, um sportlichen Fahrspass zu bieten. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt. Die Karosserie ist im Vergleich zum Standard-Octavia um 15 Millimeter tiefer gelegt; zudem ist auf Wunsch ein Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern lieferbar.

Natürlich fühlt sich der Octavia RS nicht so flink und handlich an, wie der rund 40 Zentimeter kürzere VW Golf GTI. Doch ist der geräumige Familienkombi weit davon entfernt, ein Langweiler zu sein.

Skoda Octavia RS

Skoda Octavia RS

Bild: HO

Er bringt seine Kraft auch aus engen Kehren hinaus gut auf die Strasse, lenkt präzise ein überzeugt mit sehr sicherem und vorhersehbarem Fahrverhalten. Für einen Alltagssportler genau die richtige Mischung aus sportlicher Ambition und der nötigen Unaufdringlichkeit.

Das gilt auch für den Innenraum: Hier hebt sich der RS durch einige optische Details, sportlicher gestaltete Digitalinstrumente und die RS-Sportsitze ab. Letztere bieten sehr guten Seitenhalt, sind für lange Strecken angenehm weich gepolstert – und sind dank schickem eingesticktem Karomuster auch eine Freude fürs Auge.

Skoda Octavia RS

Skoda Octavia RS

Bild: HO

Damit stellt der neue Octavia RS eine gekonnte Fortsetzung dar – und dürfte auch weiterhin ziemlich oft verkauft werden, denn er bietet nicht nur viel Alltagsnutzen und sportliches Flair, sondern bleibt auch Skoda-typisch vernünftig: Die Preise für den Benziner starten bei 46390 Franken; der Plug-in- Hybrid mit 245 PS kostet ab 49930 Franken, der Diesel 4×4 ab 49 510 Franken.

Kombi für schlechte Pfade

Wie vielseitig Skoda den Octavia anbieten will, zeigt der zweite Neuling im Modellportfolio: Der neue Octavia Scout. Wie schon beim Vorgänger bietet die tschechische VW-Tochtermarke auch bei der neuen Generation einen Kombi mit etwas Geländetauglichkeit an; gewissermassen ein Kompromiss zwischen Kombi und SUV – der es aber in Zeiten des SUV-Booms nicht leicht hat: Zuletzt erreichte der Scout lediglich einen Marktanteil von 7 bis 8% innerhalb der Octavia-Baureihe. In der Schweiz ist der «Scout» (englisch für Pfadfinder) nur mit 200 PS starkem Diesel und Allradantrieb zu haben und ist mit einem Grundpreis von 46870 Franken 2000 Franken teurer als der herkömmliche Kombi. Dafür erhält der Scout-Kunde 163 Millimeter Bodenfreiheit – 15 mehr als bei der Basisversion –, einen Unterbodenschutz und Radläufe in solider Plastikverkleidung. Zudem verfügt der Scout über einen Offroad-Modus, der Fahrwerk, Regelelektronik und Antrieb auf unbefestigten Untergrund abstimmt, sowie eine Bergabfahrhilfe.

Skoda Octavia Scout.

Skoda Octavia Scout.

Bild: HO

Im Alltag auf der Strasse ist der Scout aber vor allem eine Überlegung wert, weil er durch das höhergelegte Fahrwerk etwas mehr Federungskomfort und eine leicht höhere Sitzposition bietet. Das exakte Gegenteil vom sportlichen «RS».

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